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<title>Arbeiterkinder</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Arbeiterkinder</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p>Unter <b>Arbeiterkindern</b> werden, neben der reinen Wortbedeutung „Kinder von <a href="Arbeiter" title="Arbeiter">Arbeitern</a>“, Kinder oder Jugendliche mit Zugehörigkeit zu einer <a href="Sozialstruktur" title="Sozialstruktur">sozialen Schicht</a> verstanden, die über geringeres Einkommen, Ansehen und Bildungschancen verfügen. Der Begriff hat eine <a href="Biografie" title="Biografie">biographische</a> Bedeutung, da das Umfeld der ersten Lebensjahre besonders <a href="Konditionierung" title="Konditionierung">prägend</a> ist. Diese Prägung beschrieb <a href="Pierre_Bourdieu" title="Pierre Bourdieu">Pierre Bourdieu</a> mit dem Konzept des <a href="Habitus_(Soziologie)" title="Habitus (Soziologie)">Habitus</a>, der durch die Zugehörigkeit zu einer sozialen Schicht konditioniert wird und zugleich <a href="Klasse_(Soziologie)" class="mw-redirect" title="Klasse (Soziologie)">Klassenlagen</a> reproduziert.<sup id="cite_ref-bourdieu_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-bourdieu-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bedeutung">Bedeutung</h2></div>
<p>Der Ausdruck <i>Arbeiterkinder</i> entstand mit dem Beginn der <a href="Industrialisierung" title="Industrialisierung">Industrialisierung</a>, als vor allem Menschen mit geringem Bildungsstand und niedrigem sozialem Status ihren Lebensunterhalt mit gering bezahlter Lohnarbeit bestritten. Deren Kinder verfügten in der Regel über keine Chancen zum gesellschaftlichen <a href="Sozialer_Aufstieg" title="Sozialer Aufstieg">Aufstieg</a>, da ihnen der Zugang zu Bildungsressourcen aus primär finanziellen Gründen verwehrt war, während der Nachwuchs von <a href="Unternehmer" title="Unternehmer">Unternehmern</a>, höheren <a href="Beamtentum" title="Beamtentum">Beamten</a> und <a href="Akademischer_Grad" title="Akademischer Grad">Akademikern</a> von Anfang an auf das gesellschaftliche Niveau der Eltern gehoben wurde.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Heutiges_Verständnis"><span id="Heutiges_Verst.C3.A4ndnis"></span>Heutiges Verständnis</h3></div>
<p>In der heutigen europäischen Gesellschaft ist der Ausdruck in seiner ursprünglichen Bedeutung nur noch bedingt anwendbar. Einerseits fehlt es außerhalb der <a href="Marxismus" title="Marxismus">marxistischen</a> <a href="Klasse_(Soziologie)" class="mw-redirect" title="Klasse (Soziologie)">Klassentheorie</a> an einem einheitlichen Verständnis des „Arbeiter“-Begriffs, unter den im weiteren Sinne auch qualifizierte und gut bezahlte Berufstätigkeiten, etwa als <a href="Facharbeiter" title="Facharbeiter">Facharbeiter</a> gefasst werden. Andererseits sind die Merkmale <a href="Armut" title="Armut">Armut</a>, geringes <a href="Sozialprestige" class="mw-redirect" title="Sozialprestige">Sozialprestige</a> und soziale Benachteiligung in Zeiten enormer Erwerbslosigkeit gesellschaftlich breiter gestreut und treffen etwa auch Arbeitslose, Alleinerziehende, <a href="Migrant" title="Migrant">Migranten</a>, kranke und behinderte Menschen. Trotz dieser Veränderung wird <i>Arbeiterkinder</i> in Presse und wissenschaftlicher Darstellung zuweilen noch synonym für Kinder mit einem familiären Hintergrund verwendet, der über wenig <a href="%C3%96konomisches_Kapital" title="Ökonomisches Kapital">finanzielles</a>, <a href="Soziales_Kapital" title="Soziales Kapital">soziales</a> und <a href="Kulturelles_Kapital" title="Kulturelles Kapital">kulturelles Kapital</a> verfügt und vorwiegend körperliche Arbeit leistet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Marxismus">Marxismus</h3></div>
<p>Nach marxistischer Auffassung stehen im <a href="Kapitalismus" title="Kapitalismus">Kapitalismus</a> Arbeiterkinder vor vielen Bildungsbarrieren, da das <a href="Verwertung" title="Verwertung">Verwertungsinteresse</a> des Kapitals den Umfang und die Grenzen der Bildung bestimme.
</p><p>In seiner „<a href="Kritik_des_Gothaer_Programms" title="Kritik des Gothaer Programms">Kritik des Gothaer Programms</a>“<sup id="cite_ref-marx_3-0" class="reference"><a href="#cite_note-marx-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> der SPD <i>(„Randglossen zum Programm der deutschen Arbeiterpartei“)</i> forderte <a href="Karl_Marx" title="Karl Marx">Karl Marx</a>: <i>Durch ein allgemeines Gesetz die Mittel für die Volksschule bestimmen, ist etwas ganz anderes als den Staat zum Volkserzieher zu ernennen. Vielmehr sind Regierung und Kirche gleichmäßig von jedem Einfluss auf die Schule auszuschließen.</i> Er forderte technische Schulen, die theoretischen und praktischen Unterricht bieten: „Polytechnische Erziehung“.
</p><p>Auf Russland bezogen fand kurz nach der Jahrhundertwende eine kultur- und bildungstheoretische Kontroverse zwischen <a href="Alexander_Alexandrowitsch_Bogdanow" title="Alexander Alexandrowitsch Bogdanow">Bogdanow</a> und <a href="Wladimir_Iljitsch_Lenin" title="Wladimir Iljitsch Lenin">Lenin</a> statt, in der es unter anderem darum ging, ob nach der Revolution ein strukturell und inhaltlich neues arbeiter- und arbeiterkindergerechtes Bildungssystem (Arbeiteruniversitäten) aufgebaut werden solle, oder ob weitgehend bürgerliche Werte und Ordnungen übernommen werden sollten. Bogdanows <a href="Proletkult" title="Proletkult">Proletkult</a>-Bewegung unterlag in diesem Streit.
</p><p>Nach der <a href="Oktoberrevolution" title="Oktoberrevolution">Oktoberrevolution</a> 1917 erließ der <a href="Rat_der_Volkskommissare_der_RSFSR" title="Rat der Volkskommissare der RSFSR">Rat der Volkskommissare</a> eine Deklaration über ein einheitliches, barrierenloses Bildungssystem, das vom Kindergarten bis zur Universität führen sollte. Es wurde anfangs versucht, <a href="Reformp%C3%A4dagogik" title="Reformpädagogik">reformpädagogische</a> Ansätze in den überall aus dem Boden gestampften Schulen umzusetzen. Der erste <a href="Volkskommissariat_f%C3%BCr_Bildung_der_RSFSR" title="Volkskommissariat für Bildung der RSFSR">Volkskommissar</a> <a href="Anatoli_Wassiljewitsch_Lunatscharski" title="Anatoli Wassiljewitsch Lunatscharski">A. W. Lunatscharski</a> (1875–1933) bezog sich mit der Etablierung von <a href="Arbeitsschule" title="Arbeitsschule">Arbeitsschulen</a> auf den Theoretiker <a href="Pawel_Petrowitsch_Blonski" title="Pawel Petrowitsch Blonski">Pawel Blonski</a> (1884–1941), der die innere Entwicklung der Kinder forderte. <a href="Wladimir_Iljitsch_Lenin" title="Wladimir Iljitsch Lenin">Lenin</a> stand dem skeptisch gegenüber, und vor allem unter <a href="Josef_Stalin" title="Josef Stalin">Stalin</a> wurden die reformpädagogischen Konzepte zurückgedrängt.
</p><p>Marxisten wie <a href="Otto_R%C3%BChle_(Politiker%2C_1874)" title="Otto Rühle (Politiker, 1874)">Otto Rühle</a> und <a href="Wilhelm_Reich" title="Wilhelm Reich">Wilhelm Reich</a>, die in der <a href="Weimarer_Republik" title="Weimarer Republik">Weimarer Republik</a> praktische pädagogische Erfahrungen mit Arbeiterkindern und Arbeiterjugendlichen sammeln konnten, kritisierten Einstellung und Verhalten der <a href="Kommunistische_Partei_Deutschlands" title="Kommunistische Partei Deutschlands">KPD</a> gegenüber Arbeiterkindern als autoritär. <a href="Eugen_Rosenstock-Huessy" title="Eugen Rosenstock-Huessy">Eugen Rosenstock-Huessy</a> wirkte als Pionier bei den Versuchen, in freiwilligen Arbeits- und Studienlagern Arbeiter- und bürgerliche Jugendliche in ihren Erlebnis- und Denkwelten füreinander verständlich zu machen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Arbeiterkinder_in_Zeiten_der_frühen_Industrialisierung"><span id="Arbeiterkinder_in_Zeiten_der_fr.C3.BChen_Industrialisierung"></span>Arbeiterkinder in Zeiten der frühen Industrialisierung</h2></div>
<p>In den Anfängen der Industrialisierung beschrieb <a href="Friedrich_Engels" title="Friedrich Engels">Friedrich Engels</a> die Lage der Arbeiter in <a href="England" title="England">England</a>. Er berichtet, dass um 1840 die durchschnittliche <a href="Lebenserwartung" title="Lebenserwartung">Lebenserwartung</a> in <a href="Liverpool" title="Liverpool">Liverpool</a> der unteren Schichten überhaupt nur 15 Jahre betrug. Dies war bedingt durch die hohe <a href="Kindersterblichkeit" title="Kindersterblichkeit">Kindersterblichkeit</a>. In <a href="Manchester" title="Manchester">Manchester</a> starben über 57 % der Arbeiterkinder vor dem fünften Lebensjahr, in den höheren Schichten nur 20 %. In den Industriestädten vervielfachten sich die Todesfälle von armen Kindern bei Krankheiten wie <a href="Pocken" title="Pocken">Pocken</a>, <a href="Masern" title="Masern">Masern</a>, <a href="Stickhusten" class="mw-redirect" title="Stickhusten">Keuchhusten</a>, <a href="Scharlach" title="Scharlach">Scharlachfieber</a>, Wasser im Gehirn und Krämpfen. Zudem seien die Arbeiterkinder sehr vernachlässigt, da beide Elternteile arbeiteten, wenn sie überhaupt noch lebten. Nirgends kämen so viele Kinder durch Unfälle ums Leben wie in den großen Städten Englands. Lange Arbeitszeiten, ein hoher Krankenstand und Laster wie Alkoholismus führten zu einer Verrohung und Zerrüttung der Familien. Die ohne Schulbildung von früher Kindheit an durch Arbeit und Disziplin der Fabrik geformten Erwachsenen waren häufig nicht in der Lage, ihre Situation genau einzuschätzen oder etwas dagegen zu unternehmen.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In Ermangelung medizinischer Versorgung war es üblich, dass selbst kleine Arbeiterkinder <a href="Branntwein" title="Branntwein">Branntwein</a> und als Medizin verkauftes <a href="Opiumtinktur" title="Opiumtinktur">Laudanum</a> (<a href="Opium" title="Opium">Opium</a>) von ihren überforderten und oftmals selbst alkoholabhängigen Eltern bekamen.
</p>
<div style="clear:both;"></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Kinderarbeit">Kinderarbeit</h3></div>
<p>Arbeiterkinder waren oftmals zur <a href="Kinderarbeit" title="Kinderarbeit">Kinderarbeit</a> gezwungen.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Sie verdienten für ihre Familien einen dringend benötigten Lohn hinzu und sorgten so oftmals für deren Überleben. Mit der <a href="Industrialisierung" title="Industrialisierung">Industrialisierung</a> in <a href="Europa" title="Europa">Europa</a> und den <a href="USA" class="mw-redirect" title="USA">USA</a> nahm die Kinderarbeit extrem gesundheitsgefährdende Ausmaße an. Zum Teil mussten die Kinder bis zu 90 Stunden wöchentlich arbeiten.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> 1788 waren zwei Drittel der Arbeiter in den neuen wasserbetriebenen <a href="Fabrik" title="Fabrik">Textilfabriken</a> in England und <a href="Schottland" title="Schottland">Schottland</a> Kinder.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ein englisches Arbeitszeitgesetz von 1802 sah einen Normalarbeitstag von 15 Stunden vor. Erst 1833 kam es zu einer Begrenzung der Arbeitszeit von Kindern und Jugendlichen. Anfang des 19. Jahrhunderts waren ein Drittel der Fabrikarbeiter in den USA zwischen 7 und 12 Jahre alt.
</p><p>Noch 1858 arbeiteten – trotz des <a href="Preu%C3%9Fisches_Regulativ" title="Preußisches Regulativ">Regulativs vom 9. März 1839</a>, das Fabrikarbeit von Kindern unter 9 Jahren verbot<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> – 12.500 Kinder im Alter von 8 bis 14 Jahren in preußischen Fabriken. Erste Warnungen angesichts deren gesundheitlicher Verelendung gingen hier vom <a href="Preu%C3%9Fische_Armee" title="Preußische Armee">preußischen Heer</a> aus, das bei seinen Rekruten damit konfrontiert wurde. Als Folge der Kinderarbeit wurde in Preußen die <a href="Gewerbeaufsicht" title="Gewerbeaufsicht">Gewerbeaufsicht</a> gegründet, das Verbot der Kinderarbeit wurde bis zum 12. Lebensjahr ausgedehnt. Allerdings war für Zwölf- bis Vierzehnjährige noch immer ein zwölfstündiger Arbeitstag zugelassen.
</p><p>Historisch sollte Kinderarbeit durch den <a href="Arbeitsschutz" title="Arbeitsschutz">Arbeitsschutz</a> und die allgemeine <a href="Schulpflicht" title="Schulpflicht">Schulpflicht</a> unterbunden werden. Neben gesundheitlichen Schäden war eine Folge der Kinderarbeit die mangelnde <a href="Bildung" title="Bildung">Bildung</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Bildung_für_Arbeiterkinder_während_der_Industrialisierung"><span id="Bildung_f.C3.BCr_Arbeiterkinder_w.C3.A4hrend_der_Industrialisierung"></span>Bildung für Arbeiterkinder während der Industrialisierung</h3></div>
<p>Mit dem im 18. Jahrhundert verabschiedeten <a href="Pru%C3%9Fen" title="Prußen">preußischen</a> <a href="Generallandschulreglement" title="Generallandschulreglement">Generallandschulreglement</a> wurde eine Vorstufe zur Schulpflicht eingeführt. Nach den <a href="Gymnasium" title="Gymnasium">Gymnasien</a> und den <a href="Realschule" title="Realschule">Realschulen</a> entstanden im 19. Jahrhundert auch flächendeckend <a href="Volksschule" title="Volksschule">Volksschulen</a>. Für Arbeiterkinder war der Bildungsgang über diese Schule vorgesehen. Bis zur <a href="Weimarer_Republik" title="Weimarer Republik">Weimarer Republik</a> musste aber auch für die Volksschule noch <a href="Schulgeld" title="Schulgeld">Schulgeld</a> gezahlt werden. Arbeiterkinder wurden – wie Bauernkinder – frühzeitig aus der Schulbildung genommen, um für den Familienunterhalt mit zu sorgen.
</p><p>Der Schulbesuch in Preußen stieg von 50 % um 1800 auf 100 % um 1900. In derselben Zeit veränderte sich der Schulbesuch von sehr unregelmäßig zu regelmäßig. Allerdings bestand eine dramatische Kluft zwischen Stadt und Land. Um 1900 betrug der Schulbesuch in den unteren Schichten sieben Jahre. Um 1800 waren etwa 25 % der preußischen Bevölkerung in der Lage, Texte zu entziffern, um 1830 waren es um die 30 %, danach stieg die Quote pro Jahrzehnt 10 % mehr auf nahezu 100 % um 1900.
</p>
<p>Für die soziale Stabilisierung wurden die unterschiedlichen Inhalte wichtig, die in den Schulunterricht eingeführt wurden. Über Kunst, Literatur und Musik sprach man in den gebildeten <a href="Soziale_Schicht" title="Soziale Schicht">Schichten</a>. In den unteren Schichten bot die <a href="Alltagskultur" title="Alltagskultur">Alltagskultur</a> andere Themenschwerpunkte an; mit dem Ergebnis, dass eine Vermischung der Schichten für alle Beteiligten unattraktiv wurde: Man teilte die Themen nicht, die in den verschiedenen Schichten interessant waren, sobald man Schichten wechselte.
</p><p>Die Schulen im 19. Jahrhundert waren zunächst als <a href="Ganztagsschule" title="Ganztagsschule">Ganztagsschulen</a> konzipiert. Die Schule ging von 7 bis 12 Uhr (im Winter ab 8 Uhr) und von 14 bis 16 Uhr, was der Arbeitswelt insbesondere im Handwerk entsprach. Danach wurden in Deutschland erst in den Gymnasien, dann in den Volksschulen die Vormittagsschulen eingeführt. Ende des 19. Jahrhunderts kam es in Deutschland zufolge der erhöhten Bildungsnachfrage zu <i><a href="Exklusion" title="Exklusion">Schließungseffekten</a>:</i> Gymnasien wurden über das Schulgeld zu Eliteeinrichtungen. Parallel zur <a href="Halbtagsschule" title="Halbtagsschule">Halbtagsschule</a> wurde das <a href="Gegliedertes_Schulsystem" title="Gegliedertes Schulsystem">dreigliedrige Schulsystem</a> zur Regel. Gleichzeitig wurden Facharbeiterausbildungen etabliert, die insbesondere Arbeiterkindern halfen. Mit der Etablierung der <a href="Duale_Ausbildung" title="Duale Ausbildung">Dualen Ausbildung</a> und des dreigliedrigen Schulsystems war jedoch in Deutschland der Bildungszugang für Arbeiterkinder geringer als in einigen anderen Industriestaaten.<sup id="cite_ref-steinen_9-0" class="reference"><a href="#cite_note-steinen-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Politische_Konzepte">Politische Konzepte</h3></div>
<p>Ende des 19. Jahrhunderts wandte sich in Deutschland allmählich die Arbeiterfamilie vom bäuerlichen dem bürgerlichen Vorbild zu. Damit einhergehend wurde die Fürsorge- und Erziehungspflicht für Arbeiterkinder immer stärker auf die Mütter verschoben. Allerdings waren Mütter in Arbeiterfamilien im Gegensatz zu Müttern in bürgerlichen Familien in der Regel berufstätig. Die <a href="Friedrich_Wilhelm_August_Fr%C3%B6bel" class="mw-redirect" title="Friedrich Wilhelm August Fröbel">Fröbelschen</a> Halbtags<a href="Kindergarten" title="Kindergarten">kindergärten</a>, die als familienergänzende Bildungseinrichtungen konzipiert waren, wurden vor allem von Bürgerkindern besucht, für Arbeiterkinder waren bestenfalls Verwahranstalten vorgesehen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Arbeiterkinder_nach_dem_Ersten_Weltkrieg">Arbeiterkinder nach dem Ersten Weltkrieg</h2></div>
<p>Nach dem <a href="Erster_Weltkrieg" title="Erster Weltkrieg">Ersten Weltkrieg</a> änderte sich die Gesellschaft in einer Weise, die von <a href="Antonio_Gramsci" title="Antonio Gramsci">Antonio Gramsci</a> als <a href="Fordismus" title="Fordismus">Fordismus</a> bezeichnet wurde. Das neue Gesellschaftsmodell basierte auf der Herstellung von <a href="Konsumgut" title="Konsumgut">Massengütern</a>, deren Konsum, sowie der zunehmenden Etablierung des <a href="Sozialstaat" title="Sozialstaat">Sozialstaates</a> und der Verbürgerlichung des Lebensstils der Arbeiterfamilie.
</p><p>Ein Eindruck von der Lebenswirklichkeit von Arbeiterkindern in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts lässt sich durch <a href="Klaus_Kordon" title="Klaus Kordon">Klaus Kordons</a> mehrfach preisgekrönte Jugendbuchtrilogie gewinnen. Sie beschreibt das Leben einer Arbeiterfamilie von der <a href="Novemberrevolution" title="Novemberrevolution">Novemberrevolution</a> 1918 <i>(Die roten Matrosen)</i><sup id="cite_ref-kordon_10-0" class="reference"><a href="#cite_note-kordon-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> über die Etablierung des nationalsozialistischen Regimes <i>(Mit dem Rücken zur Wand)</i><sup id="cite_ref-kordon2_11-0" class="reference"><a href="#cite_note-kordon2-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> bis zum Ende des <a href="Zweiter_Weltkrieg" title="Zweiter Weltkrieg">Zweiten Weltkrieges</a> <i>(Der erste Frühling)</i><sup id="cite_ref-kordon3_12-0" class="reference"><a href="#cite_note-kordon3-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> aus der Sicht von Arbeiterkindern.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Politische_Konzepte_2">Politische Konzepte</h3></div>
<p>Durch die <a href="Landflucht" class="mw-redirect" title="Landflucht">Landflucht</a> im Zuge der Industrialisierung wurden in Großstädten, in Deutschland vor allem in <a href="Berlin" title="Berlin">Berlin</a>, <a href="Hamburg" title="Hamburg">Hamburg</a> und <a href="Essen" title="Essen">Essen</a>, <a href="Mietskaserne" title="Mietskaserne">Mietskasernen</a> für die Unterschicht errichtet. In <a href="Wien" title="Wien">Wien</a> wurden diese Häuser unter der Bezeichnung <a href="Zinshaus" class="mw-redirect" title="Zinshaus">Zinshaus</a> bekannt. An das repräsentative Vorderhaus schlossen sich mehrere aneinandergebaute Hinterhäuser an, so dass dazwischen nur noch enge, meist rechteckige Höfe frei blieben, in die kein Sonnenlicht fiel. Eine Abfolge von drei oder vier Hinterhöfen war keine Seltenheit. Oftmals wurden die Wohnungen von den Arbeiterfamilien noch untervermietet, so dass sich eine mehrköpfige Familie die Wohnküche teilen musste. Besonders für Kinder waren diese Lebensbedingungen äußerst ungesund (vgl. die „<a href="Soziale_Frage#Entstehung_und_Merkmale" title="Soziale Frage">Soziale Frage</a>“).
</p><p>Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden <a href="Arbeitersiedlung" title="Arbeitersiedlung">Arbeitersiedlungen</a> von Betrieben als <a href="Werksiedlung" class="mw-redirect" title="Werksiedlung">Werksiedlungen</a> für ihre Arbeiter und Angestellten errichtet. Dies geschah, um Arbeiter durch betriebsnahe Wohnungen an ihre Arbeitsstelle zu binden. Darüber hinaus ging es darum, das <a href="Proletariat" title="Proletariat">Industrieproletariat</a> zu <a href="B%C3%BCrgerlich" class="mw-redirect" title="Bürgerlich">verbürgerlichen</a>, indem dieses das Konzept der bürgerlichen <a href="Familie" title="Familie">Kleinfamilie</a> übernehmen sollte. Anfang des 20. Jahrhunderts übernahmen die Krupp-Siedlungen diese Funktion.
</p><p>Finanziert wurde der Bau von Arbeitersiedlungen zum Teil durch staatliche Förderprogramme.
</p><p>1918 wurde das <a href="Schulgeld" title="Schulgeld">Schulgeld</a> für Volksschulen abgeschafft, allerdings wurde noch bis in die 1950er Jahre hinein in der Bundesrepublik Deutschland für Gymnasien Schulgeld erhoben. So konnten zwar Arbeiterkinder zur Volksschule gehen, schlecht aber auf höhere Schulen. Auch die <a href="K%C3%B6rperstrafe" title="Körperstrafe">Prügelstrafe</a> wurde unterschiedlich gehandhabt. Während es üblich war, in den Volksschulen die Jungen und Mädchen mit dem <a href="Rohrstock" title="Rohrstock">Rohrstock</a> zu züchtigen, wurde die Prügelstrafe in den Gymnasien sehr früh zurückgedrängt (allerdings: Schläge mit dem Lineal oder Ohrfeigen in der Unterstufe). Auch in (handwerklichen) Ausbildungsbetrieben wurden bis in die 1960er Jahre hinein Kinder geschlagen. In der <a href="Deutsche_Demokratische_Republik" title="Deutsche Demokratische Republik">DDR</a> wurde die schulische Prügelstrafe 1949 abgeschafft, in der Bundesrepublik Deutschland 1973 (in Bayern 1983).
</p>
<div style="clear:both;"></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Typische_Arbeiterkinder-Erkrankungen">Typische Arbeiterkinder-Erkrankungen</h3></div>
<p>Durch die harte Arbeit, die schlechten Wohnverhältnisse sowie die mangelhafte Ernährung und medizinische Betreuung der Arbeiterinnen waren Arbeiterkinder schon vorgeburtlich einem vergleichsweise großen Gesundheitsrisiko ausgesetzt.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <a href="Otto_R%C3%BChle_(Politiker%2C_1874)" title="Otto Rühle (Politiker, 1874)">Otto Rühle</a> beschrieb 1925 die gesundheitliche Situation von Arbeiterkindern folgendermaßen:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„In Kellerlöchern und Dachstuben, lichtlosen und muffigen Hofwohnungen, in überbevölkerten Mietskasernen und Wohnbaracken wächst es heran, befallen von Skrofulose, verkrümmt und verelendet durch Rachitis, gepeinigt von dem ganzen Heer der Kinderkrankheiten, die im stickigen Brodem der Elendsquartiere wuchern und wüten. Das schlenkernde Krummbein, die ausgerenkte Hüfte, der <a href="Englische_Krankheit" class="mw-redirect" title="Englische Krankheit">gebuckelte Rücken</a>, der Wasserkopf – sie sind die Blessuren und Male aus dem erbitterten Kampfe, der jahrelang mit dem Tode geführt wird. Und die Zwergwüchsigen, Engbrüstigen, <a href="Auszehrung" title="Auszehrung">Schwindsüchtigen</a>, die zu Skeletten abgemagerten, an chronischen Darmkoliken Leidenden, mit juckenden Hautausschlägen Behafteten, die Bettnässer und Epileptiker, der Schwachsinnigen und Idioten – sie alle demonstrieren die Grausamkeit und Härte eines Schicksals, das ihrer Jugend alles nimmt oder vorenthält, was ihnen den Besitz körperlicher Tüchtigkeit und Vollwertigkeit sichern könnte.“
</p>
</blockquote>
</div><div class="cite" style="margin:-1em 0 1em 1em;">– <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261921330">
/* start https://de.wikipedia.org/ */
.mw-parser-output .Person{font-variant:small-caps}
/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><span class="Person h-card">Otto Rühle 1925</span><sup id="cite_ref-ruehle_14-0" class="reference"><a href="#cite_note-ruehle-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></div></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Zur_Psychologie_von_Arbeiterkindern">Zur Psychologie von Arbeiterkindern</h3></div>
<p>Eine Kritik an psychologischen Theorien wie der <a href="Psychoanalyse" title="Psychoanalyse">Psychoanalyse</a> lautet, dass diese in einem bürgerlichen Umfeld entstanden seien und so die psychische Verfasstheit von Arbeitern verkennen würden. Allerdings gab es auch spezielle, <i>arbeiterliche</i> Untersuchungen.
</p><p>Otto Rühle untersuchte in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts die <a href="Psyche" title="Psyche">Psyche</a> von Arbeiterkindern. Mit den Begriffen der <a href="Individualpsychologie" title="Individualpsychologie">Individualpsychologie</a> <a href="Alfred_Adler" title="Alfred Adler">Alfred Adlers</a> glaubte er einen <a href="Minderwertigkeitskomplex" title="Minderwertigkeitskomplex">Minderwertigkeitskomplex</a> bei Arbeiterkindern festzustellen, dessen Auswirkung mit dem <a href="Alfred_Adler" title="Alfred Adler">adlerschen</a> Ausdruck der <a href="Proletarische_Protestm%C3%A4nnlichkeit" title="Proletarische Protestmännlichkeit">proletarischen Protestmännlichkeit</a> beschrieben werden könne. Diese Protestmännlichkeit finde sich eher bei Arbeitersöhnen und bei Töchtern aus dem <a href="B%C3%BCrgertum" title="Bürgertum">Bürgertum</a>. Arbeitertöchter seien als Kinder, als Mädchen und als Arbeiterkinder dreifach unterdrückt, was die Entwicklung eines aggressiven Protestverhaltens hemme. Rühle entwickelte für die Individualpsychologie einen Fragebogen, mit dessen Hilfe der <a href="Habitus_(Soziologie)" title="Habitus (Soziologie)">Habitus</a> von Arbeiterkindern gezielter erforscht werden sollte. Als einzige Möglichkeit der Befreiung sah Rühle, der sich zu dieser Zeit in seinen politischen Überzeugungen dem <a href="Anarchismus" title="Anarchismus">Anarchismus</a> annäherte, den Aufbau einer von Arbeiterkindern selbstorganisierten anarchistischen <a href="Jugendbewegung" title="Jugendbewegung">Jugendbewegung</a>.<sup id="cite_ref-ruehle2_15-0" class="reference"><a href="#cite_note-ruehle2-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Geschichte_der_Arbeiterjugendbewegung">Geschichte der Arbeiterjugendbewegung</h3></div>
<p>Zur <a href="Arbeiterjugendbewegung" title="Arbeiterjugendbewegung">Arbeiterjugendbewegung</a> zählen Jugendorganisationen, die Jugendliche und Kinder hauptsächlich aus Arbeiter- und Angestelltenfamilien als Mitglieder haben. Im Einzelnen sind dies die nachfolgend angeführten Organisationen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Kinderfreunde_/_Rote_Falken_(Österreich)"><span id="Kinderfreunde_.2F_Rote_Falken_.28.C3.96sterreich.29"></span>Kinderfreunde / Rote Falken (Österreich)</h4></div>
<p><a href="Anton_Afritsch_(Journalist)" title="Anton Afritsch (Journalist)">Anton Afritsch</a> gründete 1908 in <a href="Graz" title="Graz">Graz</a> gemeinsam mit sechs Männern und sieben Frauen den „<a href="Kinderfreunde_%C3%96sterreich" class="mw-redirect" title="Kinderfreunde Österreich">Arbeiterverein Kinderfreunde</a>“. Unter anderem wurden Ferienaktionen für Arbeiterkinder organisiert. 1917 wurde der „Reichsverein Kinderfreunde“ gegründet. Der erste Reichsobmann war der Reichsratsabgeordnete <a href="Max_Winter" title="Max Winter">Max Winter</a>. 1918 folgte das erste Ferienwohnheim, 1919 wurde die erste Erzieherschule des „Arbeitervereins Kinderfreunde“ gegründet. An der Geldsammelaktion „Kinderheller“ für die „Kinderfreunde“ beteiligten sich 1921 mehrere Betriebe.
1925 wurde die Organisation <a href="Rote_Falken" title="Rote Falken">Rote Falken</a> gegründet. 1934 drängte der <a href="Austrofaschismus" title="Austrofaschismus">Austrofaschismus</a> sowohl die Roten Falken als auch die Kinderfreunde (deren Mitgliederzahl auf 100.000 angewachsen ist), in den Untergrund.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Sozialistische_Arbeiterjugend_–_Rote_Falken_(Deutschland)"><span id="Sozialistische_Arbeiterjugend_.E2.80.93_Rote_Falken_.28Deutschland.29"></span>Sozialistische Arbeiterjugend – Rote Falken (Deutschland)</h4></div>
<p>Am 10. Oktober 1904 wurde die erste Organisation der Arbeiterjugend gegründet. An diesem Datum schlossen sich 24 junge Arbeiter und Lehrlinge in Berlin zum „Verein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter Berlins“ zusammen. Anlass war der Selbstmord des Schlosserlehrlings Paul Nehring in Berlin. Dieser setzte seinem Leben im Juni 1904 ein Ende, nachdem er die körperlichen Misshandlungen seines Lehrmeisters nicht mehr ertragen konnte. Im gleichen Jahr gründete sich ebenfalls in <a href="Mannheim" title="Mannheim">Mannheim</a> eine Arbeiterjugendorganisation. <a href="Heinrich_Arnulf_Eildermann" class="mw-redirect" title="Heinrich Arnulf Eildermann">Heinrich Arnulf Eildermann</a> textete 1907 für diese Bewegung das Lied <i><a href="Dem_Morgenrot_entgegen" title="Dem Morgenrot entgegen">Dem Morgenrot entgegen</a></i>. Am 29. Oktober 1922 wurde die <i><a href="Sozialistische_Arbeiterjugend" class="mw-redirect" title="Sozialistische Arbeiterjugend">Sozialistische Arbeiterjugend</a> (SAJ),</i> am 13. November 1923 die <i>Kinderfreunde Deutschlands</i> gegründet. Die Bezeichnung <i>Falken</i> kam gegen Ende der 1920er Jahre in den Gruppen der älteren Kinderfreunde auf. Aber auch die Jüngeren in der SAJ bezeichneten sich selbst als „Rote Falken“. Der Anstoß dazu kam aus Österreich. Die Falken waren damals eine der ersten Gruppen, die sich mit Kinder- und Jugendrechten auseinandersetzten und alternative <a href="Erziehungskonzept" title="Erziehungskonzept">Erziehungskonzepte</a> (<a href="Kurt_L%C3%B6wenstein" title="Kurt Löwenstein">Kurt Löwenstein</a>) diskutierten. Bekannt wurden die Falken damals unter anderem über die ersten <i><a href="Kinderrepublik" title="Kinderrepublik">Kinderrepubliken</a></i>. Die erste Kinderrepublik fand 1927 in <a href="Seedorf_(Kreis_Segeberg)" title="Seedorf (Kreis Segeberg)">Seekamp</a> mit mehreren tausend Kindern statt.
</p><p>In den letzten Jahren der Weimarer Republik schloss sich die SAJ Bündnissen wie dem <i><a href="Jungbanner" title="Jungbanner">Jungbanner</a></i> <i>(<a href="Reichsbanner_Schwarz-Rot-Gold" title="Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold">Reichsbanner</a>)</i> und der <i><a href="Eiserne_Front" title="Eiserne Front">Eisernen Front</a></i> an, um den <i>Kampf für die Demokratie</i> paramilitärisch fortzusetzen. Am 2. Mai 1933 wurden die Falken deutschlandweit wie viele andere sozialdemokratische und antifaschistische Gruppen verboten. Viele Falken wurden ab 1933 von den Nationalsozialisten inhaftiert. Vereinzelt waren Kinderfreunde und SAJler im Widerstand tätig. Andere konnten ins Ausland flüchten.
</p>
<div style="clear:both;"></div>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Naturfreundejugend_Deutschlands">Naturfreundejugend Deutschlands</h4></div>
<p>Als Gegengewicht zur bürgerlichen Erziehung wurde 1926 die Naturfreundejugend gegründet. Sie entstand aus dem 1895 gegründeten <a href="Naturfreunde" title="Naturfreunde">Tourismusverein Naturfreunde</a>, welcher sozialistisch motiviert war und versuchte, Ziele der Arbeiterbewegung mit der Naturerfahrung zu verbinden. Auch die Naturfreunde der <a href="Weimarer_Republik" title="Weimarer Republik">Weimarer Republik</a> verbanden politische Forderungen nach dem <a href="Acht-Stunden-Tag" class="mw-redirect" title="Acht-Stunden-Tag">Acht-Stunden-Tag</a> und besseren Lebens- und Arbeitsbedingungen mit dem Recht des freien Zugangs zur Natur für alle. Die Gründung der <a href="Naturfreundejugend_Deutschlands" title="Naturfreundejugend Deutschlands">Naturfreundejugend</a> diente unter anderem der Bildung des <a href="Proletariat" title="Proletariat">Proletariats</a>.
Die Arbeit der Naturfreundejugend war geprägt durch
</p>
<ul><li>die Auseinandersetzung mit dem erstarkenden <a href="Faschismus" title="Faschismus">Faschismus</a>,</li>
<li>die Forderung nach der <a href="Trennung_von_Staat_und_Kirche" class="mw-redirect" title="Trennung von Staat und Kirche">Trennung von Staat und Kirche</a> sowie</li>
<li>den Protest gegen den <a href="Reichsarbeitsdienst" title="Reichsarbeitsdienst">Reichsarbeitsdienst</a>, zu dem arbeitslose Jugendliche gezwungen wurden.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Christliche_Arbeiterjugend">Christliche Arbeiterjugend</h4></div>
<p>Der Priester <a href="Joseph_Cardijn" title="Joseph Cardijn">Joseph Cardijn</a> gründete die <a href="Christliche_Arbeiterjugend" title="Christliche Arbeiterjugend">CAJ</a> 1925 in <a href="Br%C3%BCssel" title="Brüssel">Brüssel</a>. Anliegen Cardijns war es, den jungen Arbeitern ihre <a href="W%C3%BCrde" title="Würde">Würde</a> bewusst zu machen und sie durch Aktionen und Seminare zu bilden. Sie sollten so ihre Verantwortung für sich und die Gesellschaft wahrnehmen können. Dabei entwickelte er die Methode „sehen – urteilen – handeln“, die in leicht veränderter Funktion später oft Einzug in die Pädagogik der Jugend- und Erwachsenenbildung in Gesellschaft und Kirche fand.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Deutsche_Schreberjugend">Deutsche Schreberjugend</h4></div>
<p>Die Wurzeln der Schreberjugend liegen in Leipzig zur Zeit der Industrialisierung. Dort setzte der Anthropologe und Arzt Daniel Gottlieb <a href="Moritz_Schreber" title="Moritz Schreber">Moritz Schreber</a> (1808–1861) sich bereits für eine freie Betätigung und sinnvolle Freizeitgestaltung der Arbeiterkinder, zum Beispiel auf Spielplätzen und Sportanlagen ein. Sein besonderes Augenmerk galt dabei den körperlich beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen.
</p><p>Schon damals war er der Überzeugung, dass das gemeinsame Spiel, oder auch der Sport (insbesondere Turnen) wichtige Bestandteile von Bildungs- und Erziehungsmaßnahmen sein sollten, da sie zu einer körperlich und psychisch langfristigen Gesundheit beitragen. Besonders Behörden und andere an der Erziehung von Kindern und Jugendlichen beteiligten Einrichtungen, sollten entsprechende Aktivitäten deshalb stärker fördern. Aus dieser Grundhaltung heraus, gründete er im Jahr 1845 den ersten Leipziger Turnverein der allgemeinen Jugenderziehung und Jugendpflege. Diese für damalige Zeiten höchst modernen Ansichten hinterließen einen bleibenden Eindruck bei Schrebers Zeitgenossen. Bereits kurze Zeit später, im Jahr 1864, gründete Schrebers Freund <a href="Ernst_Innozenz_Hauschild" title="Ernst Innozenz Hauschild">Innozenz Hauschild</a> den ersten Leipziger Erziehungsverein und nannte ihn: „Dr. Schreber“.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Nationalsozialismus_/_Zweiter_Weltkrieg"><span id="Nationalsozialismus_.2F_Zweiter_Weltkrieg"></span>Nationalsozialismus / Zweiter Weltkrieg</h3></div>
<p><b>Arbeiterkinder im nationalsozialistischen Bildungssystem</b>
</p><p>Die Nationalsozialisten hatten versprochen, im Bildungssystem Arbeiterkindern einen Aufstieg zu ermöglichen. Statt jedoch die bürgerlichen Bildungsprivilegien abzuschaffen, wurde ein neuer Bildungssektor parallel zur herkömmlichen Schule eingeführt. Dies sollte durch die neu geschaffenen <i>Adolf-Hitler-Schulen</i> und die späteren <a href="NS-Ausleseschule" title="NS-Ausleseschule">NS-Erziehungsanstalten</a> ermöglicht werden. Die Erziehungsmethoden in diesen Anstalten wurden von ehemaligen Schülern als sadistisch bezeichnet. Die <a href="Nationalpolitische_Erziehungsanstalt" title="Nationalpolitische Erziehungsanstalt">Nationalpolitischen Erziehungsanstalten</a> förderten Arbeiter- und Kleinbürgerkinder, um später eine neue <a href="Elite" title="Elite">Elite</a> zu bilden. Es gab etwa 35 solche Anstalten. Bis 1941 sollen etwa 6.000 Schüler diese Einrichtungen besucht haben. Diese <i>neue Elite</i> wurde nach <a href="Rassenlehre" class="mw-redirect" title="Rassenlehre">rassischen</a> und politischen Kriterien ausgewählt. Ab 1938 konnte auch ohne Abitur studiert werden. Zwar gab es die sogenannten <i>Langemarckstipendiate</i> für Arbeiter- und Bauernsöhne, diese Stipendiaten stellten 1939 jedoch nur 0,14 % der Studenten. Dass 1938 die Arbeiterkinder nur 2 % der Studierenden ausmachten und 9 % der Abiturienten, zeigt, dass eine wirkliche Öffnung des herkömmlichen Bildungssystems ausblieb.
</p><p>Auch die <a href="Hitler-Jugend" class="mw-redirect" title="Hitler-Jugend">Hitler-Jugend</a> und der <a href="Bund_Deutscher_M%C3%A4del" title="Bund Deutscher Mädel">Bund Deutscher Mädel</a> erlaubten zunächst für Arbeiterkinder einen sozialen Aufstieg. So rekrutierte sich bis 1936 die Mehrheit der HJ-Führer aus Arbeiterfamilien, danach jedoch aus dem gebildeten Mittelstand. Für Arbeiterkinder war die Mitgliedschaft noch lange freiwillig, während Beamte schon Mitte der 1930er Jahre verpflichtet wurden, ihre Kinder in die HJ zu schicken.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Arbeiterkinder_in_der_DDR">Arbeiterkinder in der DDR</h3></div>
<p>Das <a href="Bildungssystem_in_der_DDR" title="Bildungssystem in der DDR">Bildungssystem der DDR</a> wurde nach dem Zweiten Weltkrieg ganz neu geschaffen. Aufgrund der Entnazifizierung des nationalsozialistischen Bildungssystems waren weder Lehrer noch Unterrichtsmaterialien für die Schüler vorhanden. Mit der Heranbildung und Einstellung von sogenannten <a href="Neulehrer" title="Neulehrer">Neulehrern</a>, die großteils aus der Arbeiterklasse stammten, wurde dieser Notstand behoben. Das dreigliedrige Schulsystem wurde durch eine achtjährige polytechnische Schule ersetzt, die man zwei weitere Jahre besuchte, um den mittleren Schulabschluss zu erreichen oder eine Delegierung an die zum <a href="Abitur" title="Abitur">Abitur</a> führende <a href="Erweiterte_Oberschule" title="Erweiterte Oberschule">Erweiterte Oberschule</a> anzustreben. Hiefür war neben den schulischen Leistungen die soziale Herkunft (Arbeiterkinder wurden bevorzugt), die Gleichbehandlung der Geschlechter (Jungen-Mädchen-Quote) sowie die politische Einstellung und das Engagement in der <a href="Freie_Deutsche_Jugend" title="Freie Deutsche Jugend">FDJ</a>. Auch wurden Schüler mit Berufswünschen wie Offizier oder Lehrer, für die dringend Bewerber gesucht wurden, bevorzugt aufgenommen. In den Bestimmungen für die Aufnahme an einer Hochschule 1947 sollte, wenn der Beruf <i>Arbeiter</i> angegeben wird, beigefügt werden: <i>Empfänger von soundsoviel Lohn im April 1945 und die Arbeitsstelle;</i> beim Beruf <i>Kleiner Bauer</i> war die Größe des bewirtschafteten Landes in Hektar anzugeben.
</p><p>In der DDR bestanden zwischen 1949 und 1963 <a href="Arbeiter-und-Bauern-Fakult%C3%A4t" title="Arbeiter-und-Bauern-Fakultät">Arbeiter-und-Bauern-Fakultäten</a> (ABF). Unter anderem sollten hier Arbeiterkinder zum Abitur geführt werden. ABFs gab es z. B. an der <a href="Universit%C3%A4t_Rostock" title="Universität Rostock">Universität Rostock</a> und der <a href="Universit%C3%A4t_Greifswald" title="Universität Greifswald">Universität Greifswald</a>. Der Schriftsteller <a href="Hermann_Kant" title="Hermann Kant">Hermann Kant</a>, Absolvent der ABF Greifswald, hat diese Einrichtungen in seinem Buch <i><a href="Die_Aula_(Roman)" title="Die Aula (Roman)">Die Aula</a></i> als (Rück-)Schauplatz gewählt.
</p><p>Eine ähnliche Institution in der Bundesrepublik Deutschland war die <a href="Zentrum_f%C3%BCr_Arbeit_und_Politik" title="Zentrum für Arbeit und Politik">Akademie für Arbeit und Politik</a> in Hamburg.
</p>
<table class="float-right">
<tbody><tr>
<th class="hintergrundfarbe8" colspan="4" align="center">Relative Anzahl der Studierenden an DDR-Hochschulen nach sozialer Herkunft
</th></tr>
<tr style="background:#8DB6CD">
<th width="180">Herkunftsfamilie/Jahr
</th>
<th width="30">1958
</th>
<th width="30">1967
</th>
<th width="30">1988
</th></tr>
<tr style="background:#B9D3EE">
<td>Vater oder Mutter Akademiker</td>
<td>14 %</td>
<td>30 %</td>
<td>78 %
</td></tr>
<tr style="background:#CAE1FF">
<td>Arbeiterklasse</td>
<td>53 %</td>
<td>30 %</td>
<td>10 %
</td></tr>
<tr>
<td style="background-color:#8DB6CD" colspan="4" align="center">(Lenhardt/Stock: <i>Bildung, Bürger, Arbeitskraft,</i> 1997, S. 115.)
</td></tr></tbody></table>
<p>In den 1950er Jahren führten diese verschiedenen Maßnahmen dazu, dass Arbeiterkinder erstmals ihrem relativen Bevölkerungsanteil entsprechend an den Hochschulen vertreten waren.
</p><p>Seit Ende der 1950er Jahre kam es zu einer Phase zunehmender sozialer Schließung, in der das ehemalige bürgerliche Bildungsprivileg allmählich durch ein Bildungsprivileg der neu entstandenen „sozialistischen Intelligenz“ ersetzt wurde.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ursache für diesen Wandel war zum einen die Auflösung der <i>Arbeiter-und-Bauern-Fakultäten</i>, zum anderen ein geändertes Zulassungsverfahren: Während noch bis 1963 die Massenorganisationen über die Zulassungsbestimmungen entschieden, waren es danach nur noch die Universitäten und Hochschulen selbst. Begründet wurde dieser Wandel mit der Politik des <a href="Neue_%C3%96konomische_Politik" title="Neue Ökonomische Politik">Neuen Ökonomischen Systems</a>, wonach von nun an bildungsökonomische Determinanten entscheiden sollten, die Studienplatzvergabe richtete sich also nach dem Bedarf an Absolventen in den jeweiligen Studienrichtungen. Zwar waren bis zum Ende der DDR 60 % der Studienplätze für Arbeiterkinder vorbehalten, doch der tatsächliche Anteil studierender Arbeiterkinder sank seit dem Ende der 1950er Jahre kontinuierlich ab, bis er schließlich selbst das Niveau der BRD unterschritt. So betrug der Anteil der Arbeiterkinder an den DDR-Hochschulstudenten im Jahr 1958 noch 53 %, im Jahr 1967 dagegen nur noch 30 % und schließlich Ende der 1980er Jahre lediglich 10 %. Da diese Entwicklung dem Selbstverständnis der DDR-Führung widersprach, fanden sich ab 1967 in den <a href="Statistisches_Jahrbuch_der_Deutschen_Demokratischen_Republik" title="Statistisches Jahrbuch der Deutschen Demokratischen Republik">Statistischen Jahrbüchern der DDR</a> auch keine Angaben mehr zur sozialen Herkunft der Studenten.<sup id="cite_ref-stock_17-0" class="reference"><a href="#cite_note-stock-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
Zudem wurde auch der Arbeiterbegriff selbst mit der Zeit immer weiter gefasst. So zählte etwa ein Offizier trotz seines Hochschulabschlusses, wenn er zuvor eine Berufsausbildung absolviert hatte, weiter als „Arbeiter“, und zeitweise galten selbst Kinder von Führungskadern und von „<a href="Medaille_f%C3%BCr_K%C3%A4mpfer_gegen_den_Faschismus_1933_bis_1945" title="Medaille für Kämpfer gegen den Faschismus 1933 bis 1945">Kämpfern gegen den Faschismus</a>“ allein dadurch als „Arbeiterkinder“.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Arbeiterkinder_in_der_Bundesrepublik_Deutschland_1946–1965"><span id="Arbeiterkinder_in_der_Bundesrepublik_Deutschland_1946.E2.80.931965"></span>Arbeiterkinder in der Bundesrepublik Deutschland 1946–1965</h3></div>
<p>Nach der Befreiung vom nationalsozialistischen Regime setzen die <a href="Alliierte" title="Alliierte">Alliierten</a> eine Kommission ein, die ergründen sollte, inwiefern das deutsche Bildungssystem mit zur Entfaltung des Nationalsozialismus in Deutschland beigetragen hatte. Nach ihrem Leiter George F. Zook benannt, kam die <a href="Zook-Kommission" title="Zook-Kommission">Zook-Kommission</a> zu dem Schluss, dass die sehr frühe Aufteilung der Schülerschaft durch das dreigliedrige Schulsystem ein <a href="St%C3%A4ndegesellschaft" title="Ständegesellschaft">Standesdenken</a> fördere, welches seinerseits eine <a href="Untertan" title="Untertan">Untertanenmentalität</a> hervorbringe. Daher empfahl die Kommission (Direktive 54 der Alliierten Kontrollbehörde) die Ersetzung dieses Schultyps durch eine Einheitsschule, die sich aus einer sechsjährigen Grundschule und darauf aufbauenden Abschnitten zusammensetzen sollte, nicht jedoch aus verschiedenen Schulformen.
</p>
<table class="float-right">
<tbody><tr>
<th class="hintergrundfarbe8" colspan="3" align="center">Soziale Herkunft der Studenten im Vergleich zur sozialen Schichtung der Gesamtbevölkerung 1955/56
</th></tr>
<tr style="background:#8DB6CD">
<th width="130">Soziale Schichten
</th>
<th width="70">Gesamtbevölkerung
</th>
<th width="70">Studentenschaft
</th></tr>
<tr style="background:#B9D3EE" align="center">
<td>Obere Mittelschicht</td>
<td>4,6 %</td>
<td>47,2 %
</td></tr>
<tr style="background:#CAE1FF" align="center">
<td>Untere Mittelschicht</td>
<td>38,6 %</td>
<td>47,4 %
</td></tr>
<tr style="background:#B9D3EE" align="center">
<td>Obere Unterschicht</td>
<td>13,3 %</td>
<td>5,0 %
</td></tr>
<tr style="background:#CAE1FF" align="center">
<td>Untere Unterschicht</td>
<td>38,6 %</td>
<td>0,4 %
</td></tr>
<tr style="background:#B9D3EE" align="center">
<td>Unklassifizierbar</td>
<td>4,9 %</td>
<td>-
</td></tr>
<tr>
<td style="background-color:#8DB6CD" colspan="3" align="center">(R. Dahrendorf: <i>Arbeiterkinder an deutschen Universitäten,</i> 1965, S. 9.)
</td></tr></tbody></table>
<p>In den westlichen <a href="Besatzungszone" title="Besatzungszone">Besatzungszonen</a> wurde dieser Empfehlung nur sehr sporadisch nachgegangen und schließlich einigten sich 1955 die <a href="Kultusminister" class="mw-redirect" title="Kultusminister">Kultusminister</a> in der jungen Bundesrepublik auf die Beibehaltung des alten Schulsystems.
</p><p>In der Regel hieß es für Arbeiterkinder damit weiterhin, dass sie zur Volksschule gingen, um dann mit 14 einem Ausbildungsberuf oder einer Hilfsarbeiterbeschäftigung nachzugehen. Während 1955/56 die <i>Untere Unterschicht</i> in der Bundesrepublik Deutschland 38,6 Prozent der Bevölkerung ausmachte, konnten innerhalb der Studierendenschaft nur 0,5 Prozent dieser Schicht zugeordnet werden. Aus diesem Grund hatte der <a href="Deutscher_Gewerkschaftsbund" title="Deutscher Gewerkschaftsbund">DGB</a> gesellschaftspolitische Korrekturen ergriffen, u. a. durch die <a href="Hochschule_f%C3%BCr_Wirtschaft_und_Politik" class="mw-redirect" title="Hochschule für Wirtschaft und Politik">Hochschule für Wirtschaft und Politik</a> sowie durch die Förderungsmaßnahmen der <a href="Hans-B%C3%B6ckler-Stiftung" title="Hans-Böckler-Stiftung">Hans-Böckler-Stiftung</a>.
</p><p><a href="Ralf_Dahrendorf" title="Ralf Dahrendorf">Ralf Dahrendorf</a> machte 1965 auf diese Bildungsbenachteiligung in seiner Untersuchung <i>Arbeiterkinder an deutschen Universitäten</i><sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> aufmerksam. Eine <a href="Ethnologie" title="Ethnologie">ethnologische</a> Untersuchung der <a href="Kalifornien" title="Kalifornien">kalifornischen</a> <a href="Stanford_University" title="Stanford University">Stanford University</a> kam zu dem Schluss, dass der Unterricht für Arbeiterkinder Anfang der 1960er-Jahre in <a href="Baden-W%C3%BCrttemberg" title="Baden-Württemberg">Baden-Württemberg</a> im Einüben normativer Sinnsprüche bestand. Diskretion und Takt von Lehrern gegenüber Arbeiterkindern gab es nur in Ausnahmefällen. Die Auswertung ergab weiterhin, dass Schüler in den Volksschulen regelmäßig geohrfeigt wurden: für schlampige Hausarbeiten, Streit, Widerworte, verschmutzte Kleidung, ungewolltes Beschädigen von Schulmaterial, schlechte Tischmanieren oder langsames Essen. Bis 1962 wurde an Gymnasien noch Schulgeld erhoben. Bis 1970 bestanden darüber hinaus Studiengebühren, die ebenfalls Arbeiterkinder von der Universität abschreckten. Erst die <a href="Bildungsreform" title="Bildungsreform">Bildungsreformen</a> der 1970er-Jahre führten dazu, dass sich allmählich der Anteil der Arbeiterkinder an Hochschulen von 6 % 1963 auf den Höhepunkt von 18 % 1982 steigerte.
</p>
<div style="clear:both;"></div>
<p>In den 1950er-Jahren entwickelten einige Arbeiterkinder in West-Deutschland eine Jugendkultur, die von außen abwertend als <a href="Halbstarke" class="mw-redirect" title="Halbstarke">Halbstarke</a> oder <i>Rowdys</i> bezeichnet wurden. Diese Gruppe rebellierte gegen familiäre, soziale und gesellschaftliche Autoritäten. Mit dem Begriff <i>Halbstarke</i> wurden schon Anfang des 20. Jahrhunderts Arbeiterjugendliche bezeichnet.<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Am 1. Mai 1956 begann der <a href="Deutscher_Gewerkschaftsbund" title="Deutscher Gewerkschaftsbund">DGB</a> eine Kampagne zur Einführung der 5-Tage-Woche mit 8 Stunden täglicher Arbeitszeit unter dem Motto: „Samstags gehört Vati mir“. Es sollte darauf aufmerksam gemacht werden, dass (Arbeiter-)Kinder das Recht haben sollten, ihren Vater zumindest an zwei Tagen die Woche längere Zeit sehen zu dürfen.
</p><p>Mit dem <a href="Sputnik-Schock" class="mw-redirect" title="Sputnik-Schock">Sputnik-Schock</a> begannen fast alle Bundesländer, den Zugang zu Gymnasien zu erleichtern, was mit der Förderung von Arbeiterkindern einherging. Die SPD nannte dies <i>mehr</i> „<a href="Chancengleichheit" title="Chancengleichheit">Chancengleichheit</a>“, die CDU „<a href="Chancengerechtigkeit" title="Chancengerechtigkeit">Chancengerechtigkeit</a>“. Schulgelder waren bereits unüblich, nun fielen auch die Aufnahmeprüfungen weg und die Kapazitäten wurden erweitert. In den 1970er-Jahren fruchteten die Reformen; damit entstand (wie in der DDR bereits in den 1960er-Jahren) eine neue Schicht von jungen Menschen, die als Arbeiterkinder geboren waren, nun aber studierten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Heimkinder">Heimkinder</h4></div>
<p>Vor allem Kinder von alleinerziehenden jungen Müttern aus der Arbeiterklasse wurden oft zu <a href="Heimerziehung" title="Heimerziehung">Heimkindern</a>. Bis 1970 wurde in diesen Heimen in erheblichem Umfange erzieherischer Missbrauch praktiziert. Laut dem <a href="P%C3%A4dagogik" title="Pädagogik">Pädagogik</a>-Professor Ulrich Herrmann war die Heimerziehung in der Zeit von 1945 bis 1970 ein Rückschritt hinter die Heimerziehungsreform der 1920er-Jahre. Der Unterschicht der bürgerlichen Klassengesellschaft sollte mit allen Mitteln Disziplin beigebracht werden. Für den Großteil der Heimkinder hatte diese ‚Pädagogik‘ schwere traumatische Folgen, nur 20 % der Heimkinder gelang es in der Folgezeit, ein normales Leben aufzubauen.
</p><p>Erst mit Protesten im Sommer 1969 unter dem Motto „Zerschlagt den Heimterror“ aus der <a href="Au%C3%9Ferparlamentarische_Opposition" title="Außerparlamentarische Opposition">APO</a>, welche unter anderem von <a href="Gudrun_Ensslin" title="Gudrun Ensslin">Gudrun Ensslin</a> und <a href="Andreas_Baader" title="Andreas Baader">Andreas Baader</a> propagiert wurden, sowie einem Fernsehbeitrag und dem Film/Drehbuch „<a href="Bambule_(Fernsehspiel)" title="Bambule (Fernsehspiel)">Bambule</a>“ (1970) der Journalistin <a href="Ulrike_Meinhof" title="Ulrike Meinhof">Ulrike Meinhof</a> wurde der Tatbestand öffentlich angeprangert und innerhalb kürzester Zeit durch eine menschlichere Heimerziehung ersetzt. Die ehemaligen Heimkinder haben von den verantwortlichen Trägern bislang (Stand 2010) keine materielle Wiedergutmachung erhalten. Für Wiedergutmachungen kämpft seit 2004 der '<a href="Verein_ehemaliger_Heimkinder" title="Verein ehemaliger Heimkinder">Verein ehemaliger Heimkinder</a>'.<sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div style="clear:both;"></div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Der_Begriff_Arbeiterkind_in_der_Gegenwart">Der Begriff <i>Arbeiterkind</i> in der Gegenwart</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Ist_der_Begriff_heute_obsolet?"><span id="Ist_der_Begriff_heute_obsolet.3F"></span>Ist der Begriff heute obsolet?</h3></div>
<p>Seit Ende der <a href="1960er" title="1960er">1960er</a> Jahre ändert sich das oben beschriebene Gesellschaftsmodell. Es ist nicht mehr vom <a href="Fordismus" title="Fordismus">Fordismus</a>, sondern vom <a href="Postfordismus" title="Postfordismus">Postfordismus</a> die Rede. Traditionelle Arbeiter sind weniger sichtbar und damit scheint auch der Begriff „Arbeiterkind“ obsolet geworden zu sein.
</p><p><a href="Pierre_Bourdieu" title="Pierre Bourdieu">Pierre Bourdieu</a> ging ab den 1960er Jahren davon aus, dass das soziale Umfeld, in dem man aufwächst, den <a href="Habitus_(Soziologie)" title="Habitus (Soziologie)">Habitus</a> bestimme. Dies geschehe über eine <a href="Konditionierung" title="Konditionierung">Konditionierung</a>, die bis zur <a href="Pubert%C3%A4t" title="Pubertät">Pubertät</a> abgeschlossen sei und danach das Leben unbewusst steuere. Den Habitus der beherrschten <a href="Klasse_(Soziologie)" class="mw-redirect" title="Klasse (Soziologie)">Klasse</a> bezeichnete Bourdieu als den <i>Notwendigkeitshabitus</i>. Das heißt, dass das Leben vom <a href="Standpunkt-Theorie" class="mw-redirect" title="Standpunkt-Theorie">Standpunkt</a> der <a href="Notwendigkeit" title="Notwendigkeit">Notwendigkeit</a> aus beurteilt wird.<sup id="cite_ref-bourdieu_1-1" class="reference"><a href="#cite_note-bourdieu-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Hieran anschließend hat <a href="Michael_Vester" title="Michael Vester">Michael Vester</a> eine Struktur verschiedener <a href="Soziales_Milieu" title="Soziales Milieu">Milieus</a> entworfen. Er ging davon aus, dass die <a href="Soziale_Klasse#Klassen,_Habitusformen_und_Milieus" title="Soziale Klasse">Arbeiterklasse</a>, die im Jahr 1991 in Westdeutschland 22 % der Bevölkerung ausmachte, entsprechend der Werthaltung folgendermaßen differenziert werden könne in:
</p>
<ul><li>Neues Arbeitnehmermilieu 5 % (Werthaltung: modernisiert)</li>
<li>Traditionsloses Arbeitnehmermilieu 12 % (Werthaltung: teilmodernisiert)</li>
<li>Traditionelles Arbeitnehmermilieu 5 % (Werthaltung: traditionell)<sup id="cite_ref-vester_21-0" class="reference"><a href="#cite_note-vester-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li></ul>
<p>Franz Schultheis schreibt zu diesem Thema im Nachwort der umfangreichen Untersuchung <i>Gesellschaft mit begrenzter Haftung</i>:<sup id="cite_ref-schulz_22-0" class="reference"><a href="#cite_note-schulz-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Dabei gibt es sie durchaus noch, die Welt des Arbeiters, und ihn selbst gibt es auch noch, denn immerhin gehören der Kategorie ‚Arbeiter‘, einer arbeits- und sozialversicherungsrechtlich ‚geschützten‘ Kategorie, noch einige Millionen Bürger an. Es handelt sich demnach keineswegs um eine zu vernachlässigende Randgruppe, auch wenn sie tatsächlich massiv an gesellschaftlicher Sichtbarkeit und Kohärenz, Aufmerksamkeit und Anerkennung verloren zu haben scheint.“
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p><b>Niedrige soziale Herkunftsgruppe</b>
</p><p>Das <a href="Hochschul-Informations-System" title="Hochschul-Informations-System">Hochschul-Informations-System</a> (HIS) arbeitet seit 1982 mit dem Konstrukt der <i>sozialen Herkunftsgruppen</i>. Sie haben damit einen Grobindikator für Sozialerhebungen geschaffen, welcher Zusammenhänge zwischen ökonomischer Situation und Bildungstradition im Elternhaus und studentischem Verhalten sichtbar macht. Auch die dreijährlich erscheinende Sozialerhebung des <a href="Deutsches_Studentenwerk" class="mw-redirect" title="Deutsches Studentenwerk">Deutschen Studentenwerkes</a> arbeitet mit diesen vier Herkunftsgruppen (niedrige, mittlere, gehobene, höchste), die sich aus dem Prestige, der Entscheidungsautonomie und der Einkommenshöhe des Berufs der Eltern sowie dem höchsten Bildungsabschluss der Eltern ergibt.
</p><p>Zu Studierenden mit niedriger sozialer Herkunft würden demgemäß Studierende zählen, deren Eltern
</p>
<ul><li>Beamte des einfachen und mittleren Dienstes (z. B. Schaffner, Amtshilfen, Sekretäre)</li>
<li>Angestellte mit ausführender Tätigkeit (z. B. Stenotypisten, Verkäufer)</li>
<li>Facharbeiter, unselbständige Handwerker</li>
<li>ungelernte, angelernte Arbeiter</li></ul>
<p>sind.<sup id="cite_ref-studentenwerk_23-0" class="reference"><a href="#cite_note-studentenwerk-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Insgesamt umfasst diese Gruppe 49 Prozent der 19- bis 24-Jährigen in der Bundesrepublik Deutschland. Die <a href="DSW-Sozialerhebung" class="mw-redirect" title="DSW-Sozialerhebung">DSW-Sozialerhebung</a> konstatiert in ihren Berichten eine Zunahme der Bildungsbenachteiligung für diese Gruppe.
</p><p>Da die Großelterngeneration dieser Gruppe noch überwiegend zur traditionellen Arbeiterklasse zählte und die oben aufgelisteten Berufe weitgehend mit der umgangssprachlich benutzten Terminologie <i>Arbeiter</i> übereinstimmt, ist die Verwendung des Begriffs <i>Arbeiterkinder</i> im heutigen Kontext zwar weniger treffend, aber auch nicht ganz von der Hand zu weisen. Genauer wäre der Begriff <i>Menschen mit niedriger sozialer Herkunft</i>, um eine weitgehend homogene Gruppe zu bezeichnen, die faktisch die Gruppe der <i>Arbeiterkinder</i> „beerbt“ hat.
</p><p><i>Siehe auch: <a href="Soziale_Herkunft" title="Soziale Herkunft">Soziale Herkunft</a></i>
</p><p><b>Zur englischen Sprachregelung: <i>working class</i> und <i>poverty class</i> / Straddler</b>
</p><p>Im englischen Sprachgebrauch werden die Begriffe „working class background“ (Arbeiterklasse-Hintergrund) und „poverty class background“ (Herkunft aus der Klasse der Armen) voneinander unterschieden.
</p><p>In den USA existiert seit 1995 eine Gruppe mit dem Namen <i>Workingclass Academics</i>. Sie führen einmal jährlich die WCA-Tagung zum Thema Benachteiligung von Studierenden mit einer Herkunft aus Arbeiterfamilien und armen Familien durch. Im Jahr 2003 fand diese Tagung in <a href="Vereinigtes_K%C3%B6nigreich" title="Vereinigtes Königreich">Großbritannien</a> statt. Arbeiterkinder, die trotz der Bildungsbenachteiligung aufsteigen, werden im englischen Sprachgebrauch auch als <i>Straddler</i> (von engl.: to straddle = spreizen) bezeichnet, da sie sich mit dem einen Bein in der Arbeiterklasse (<i><a href="Blue_Collar" title="Blue Collar">blue collar</a></i> = Blaukittel), mit dem anderen in einer höheren Schicht (<i>white collar</i> = Anzugträger) befinden. Hierzu gibt es in den USA viel <a href="Autobiographie" class="mw-redirect" title="Autobiographie">autobiographische</a> Literatur.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Migrantenkinder_als_Arbeiterkinder">Migrantenkinder als Arbeiterkinder</h3></div>
<p>Von 1954 bis 1973 warb die Bundesrepublik Deutschland gezielt Arbeitskräfte im Ausland. 1973, im Jahr des Anwerbestopps, lebten hier bereits 4 Millionen so genannte „<a href="Gastarbeiter" title="Gastarbeiter">Gastarbeiter</a>“. Ihre Kinder werden auch oft <i>Migranten der zweiten (bzw. inzwischen dritten) Generation</i> genannt.
</p><p>Migrantenkinder erfahren in Deutschland eine institutionalisierte <a href="Diskriminierung" title="Diskriminierung">Diskriminierung</a> im Bildungswesen. Auffällig ist, dass türkische Migrantentöchter sehr viel häufiger ein Studium beginnen als türkische Migrantensöhne.
</p><p>Unter Migrantenkindern (vor allem unter den türkischen) ist (Stand 2004) die sogenannte <a href="Kiezdeutsch" title="Kiezdeutsch">Kanak Sprak</a> als <a href="Subkultur" title="Subkultur">subkulturelles</a> und <a href="Identit%C3%A4t" title="Identität">identitätsstiftendes</a> Element weit verbreitet.<sup id="cite_ref-zaimoglu_24-0" class="reference"><a href="#cite_note-zaimoglu-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Durch_Arbeiterkinder_geprägte_Jugendkulturen"><span id="Durch_Arbeiterkinder_gepr.C3.A4gte_Jugendkulturen"></span>Durch Arbeiterkinder geprägte Jugendkulturen</h3></div>
<p>Arbeiterkinder prägten diverse <a href="Jugendkultur" title="Jugendkultur">Jugendkulturen</a>.
</p><p>In der <a href="Rockmusik" title="Rockmusik">Rockmusik</a> existierten seit jeher spezielle, auch sozial bedingte musikalische Präferenzen. Hörer aus Arbeiterfamilien beziehen mit ihrer Musik häufig Stellung gegen eine höhere soziale Schicht und konstruieren sich auf diese Weise ein „Wir-Gefühl“. Sie lehnen oft komplexere musikalische Strukturen als dem Bildungsbürgertum zugehörig ab und bevorzugen eine eher „geradlinige“ Musik. Dies korreliert auch mit der Herkunft vieler, speziell britischer Rockmusiker – wie z. B. <a href="Eric_Burdon" title="Eric Burdon">Eric Burdon</a>, <a href="Rod_Stewart" title="Rod Stewart">Rod Stewart</a> oder der <a href="Beatles" class="mw-redirect" title="Beatles">Beatles</a> –, für welche die Musik häufig die einzig reelle Möglichkeit zum sozialen Aufstieg innerhalb des relativ starren britischen Klassensystems war.<sup id="cite_ref-25" class="reference"><a href="#cite_note-25"><span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In den frühen 1960er-Jahren entstanden die <a href="Mod_(Subkultur)" title="Mod (Subkultur)">Mods</a>. Diese suchten sich durch teure Kleidung von ihrer Herkunft aus der Arbeiterklasse zu distanzieren.
</p><p>Englische Arbeiterjugendliche übernahmen Ende der 1960er-Jahre den Stil der <a href="Jamaika" title="Jamaika">jamaikanischen</a> <i><a href="Rude_boy" title="Rude boy">Rude boys</a></i>. Aus der schwarzen <i>Rude Boy</i>- und der weißen <i>Mod</i>-Szene entwickelte sich in den britischen Arbeitervierteln die Jugendbewegung der <a href="Skinhead" title="Skinhead">Skinheads</a>. Diese grenzten sich von den <i>Mods</i> ab durch das Tragen von typischer Arbeiterkleidung. Sie wollten die Werte der verschwindenden traditionellen Arbeiterkultur ihrer <a href="Heimat" title="Heimat">Heimat</a> aufrechterhalten, was sich durch ihre <a href="Kleidung" title="Kleidung">Kleidung</a> und ihr Verhalten ausdrückte.
</p><p>Auch die <a href="Punk" title="Punk">Punk</a>-Bewegung hat ihre Wurzeln sehr stark in den westeuropäischen Arbeitervierteln. So war die englische Punk-Musik vormals unter dem Begriff <i>Working Class Rock’n’Roll</i> geläufig (Siehe auch <a href="Oi!" title="Oi!">Oi!</a>).
</p><p>Im französischen und italienischen Sprachgebrauch fiel Ende der 1960er-Jahre des Öfteren der Terminus Arbeiter-Studenten. Hiermit waren Studierende aus der Arbeiterklasse gemeint. Diese beteiligten sich in den <a href="Mai-Unruhen" class="mw-redirect" title="Mai-Unruhen">Mai-Unruhen</a> an der besetzten Universität <a href="Sorbonne" title="Sorbonne">Sorbonne</a> oder an Hausbesetzungen in <a href="Italien" title="Italien">Italien</a>. Auch in Deutschland gab es Ende der 1960er-/Anfang der 1970er-Jahre <a href="Hausbesetzung" title="Hausbesetzung">Hausbesetzungen</a> von Jugendlichen aus Arbeiterfamilien. So ist zum Beispiel das <a href="Georg-von-Rauch-Haus" title="Georg-von-Rauch-Haus">Georg-von-Rauch-Haus</a> in <a href="Berlin" title="Berlin">Berlin</a> fast ausschließlich von Arbeiterjugendlichen besetzt worden. Studenten wurden dort geduldet, linke Uni-Professoren hingegen nicht.
</p><p>Zumindest in <a href="Deutschland" title="Deutschland">Deutschland</a> entstammten die <a href="Protagonist" title="Protagonist">Protagonisten</a> der frühen Punkbewegung jedoch fast durchweg dem bürgerlichen Milieu.
</p><p>Auch der <a href="Hip-Hop" title="Hip-Hop">Hip-Hop</a> hat seine Ursprünge in der urbanen Unterschicht. Vor allem in US-amerikanischen Innenstädten, aus denen die Industriebetriebe seit den 1970ern wegzogen, wodurch die Arbeitslosenquote unter den schwarzen Arbeiterkindern auf bis zu 40 % stieg, entwickelten diese den <a href="Urspr%C3%BCnge_des_Hip-Hop#Gesellschaftlicher_Hintergrund" title="Ursprünge des Hip-Hop">Hip-Hop</a> mit seinen Ausprägungen <a href="Rap" title="Rap">Rap</a>, (<a href="MC_(Hip-Hop)" title="MC (Hip-Hop)">MCing</a>), <a href="DJ" title="DJ">DJing</a>, <a href="Breakdance" title="Breakdance">Breakdance</a> und <a href="Graffiti" title="Graffiti">Writing</a> zu einer immer populärer werdenden <a href="Subkultur" title="Subkultur">Subkultur</a>. In Deutschland entwickelten seit den 1980er Jahren türkische Arbeiterkinder den <a href="T%C3%BCrkischer_Hip-Hop" title="Türkischer Hip-Hop">türkischen Hip-Hop</a>.
</p><p>In den letzten Jahren hat sich der ursprünglich rassistische und <a href="Klassismus" title="Klassismus">klassistische</a> Begriff <a href="White_Trash" title="White Trash">White Trash</a> (Weißer Müll), ähnlich wie <i>Nigger</i> bei den Menschen afrikanischer Herkunft, unter Weißen zur <a href="Markenbewusstsein#Prestigemarken" title="Markenbewusstsein">Marke</a> entwickelt. Künstler gehen heute offener mit ihrer proletarischen Herkunft um und kokettieren sogar damit. Diese Entwicklung ist wahrscheinlich dem Wunsch nach einer kulturellen <a href="Identit%C3%A4t#Identitätspolitik" title="Identität">Identität</a> dieser Künstler geschuldet und als solche wohl eine Reaktion auf den <a href="Urbanismus" class="mw-redirect" title="Urbanismus">Urbanismus</a> der Schwarzen, die gern damit prahlen, aus dem Ghetto zu stammen, auch wenn dies oft nicht der Wahrheit entspricht.
</p>
<div style="clear:both;"></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Bildungsbenachteiligung">Bildungsbenachteiligung</h3></div>
<p>Laut Grundgesetz darf in der Bundesrepublik Deutschland niemand auf Grund seiner Herkunft, womit auch die soziale Herkunft gemeint ist, benachteiligt werden. Tatsächlich konstatieren diverse Bildungsstudien eine <a href="Bildungsbenachteiligung_in_der_Bundesrepublik_Deutschland" title="Bildungsbenachteiligung in der Bundesrepublik Deutschland">Bildungsbenachteiligung in der Bundesrepublik Deutschland</a> von Menschen mit einer niedrigen sozialen Herkunft. Bis in die 1980er Jahre hat diese <a href="Diskriminierung" title="Diskriminierung">Diskriminierung</a> abgenommen. Seit 1990 nimmt sie wieder zu. Dabei hat sich die soziale Benachteiligung verschoben: während noch in den 1970er Jahren „Katholische Arbeitertochter vom Land“ eine Formel für Mehrfachbenachteiligung war, wird heute eher vom „Türkischen Jugendlichen aus dem Problemviertel“ gesprochen. Geblieben ist als Merkmal einer extremen <a href="Bildungsbenachteiligung" title="Bildungsbenachteiligung">Bildungsbenachteiligung</a> die Herkunft aus Arbeiterfamilien.
</p><p><a href="Quantitative_Sozialforschung" title="Quantitative Sozialforschung">Quantitative Bildungsstudien</a> wie <a href="PISA-Studien" title="PISA-Studien">PISA</a> und die <a href="Sozialerhebung" title="Sozialerhebung">DSW-Sozialerhebung</a><sup id="cite_ref-isserstedt_26-0" class="reference"><a href="#cite_note-isserstedt-26"><span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> beziehen sich im Wesentlichen nicht mehr auf den Begriff <i>Arbeiterkind</i>, sondern stellen verschiedene Merkmale zusammen, die eine weitgehend homogene Gruppe abbilden. So spricht die PISA-Studie vom <a href="PISA-Studien#Einfluss_des_sozialen_Hintergrunds" title="PISA-Studien">ESCS-Index</a>, womit gemeint ist, dass der ökonomische, soziale und kulturelle Status zu einer Kategorie zusammengefasst wird. Sie weisen auf eine sehr starke Bildungsbenachteiligung hin. Ähnlich verfährt die DSW-Sozialerhebung.
</p><p>Die Gruppe der Kinder von niedriger sozialer Herkunft beerbt faktisch in der Bildungsbenachteiligung die Gruppe der Arbeiterkinder. Bildungssoziologische Untersuchungen belegen den eindeutigen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und dem Bildungszugang und -erfolg von Kindern. So kam zum Beispiel <a href="Jutta_Allmendinger" title="Jutta Allmendinger">Jutta Allmendinger</a> u. a. 2004 zu dem Ergebnis, dass nur 28 % der Arbeiterkinder nach der 10. Klasse die Schwelle zu weiterführenden Schulen überwinden, hingegen 73 % der Kinder von Beamten; nur 6 % der Arbeiterkinder schaffen den Schritt auf Universitäten, dagegen 49 % der Beamtenkinder.<sup id="cite_ref-27" class="reference"><a href="#cite_note-27"><span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Zudem existierten noch immer Arbeiter in traditionellen Arbeiterberufen, deren Kinder einen großen Anteil der Gruppe mit niedriger Herkunft ausmachen. Heute (nach 1990) wird also erneut über die Benachteiligung von „Arbeiterkindern“ diskutiert, da sie nicht ihrem Anteil an der Population entsprechend an Hochschulen vertreten sind. Ob dies den zwar leichteren, aber nicht schwellenlosen Zugangsbedingungen geschuldet ist, oder ob eine spezifische positive <a href="Diskriminierung" title="Diskriminierung">Diskriminierung</a> dieses Personenkreises nötig wäre, um mehr von ihnen zu qualifizierten Abschlüssen zu befördern, ist strittig.
</p><p>In <a href="Qualitative_Sozialforschung" title="Qualitative Sozialforschung">qualitativen Studien</a> zur Bildungsbenachteiligung wird heute noch überwiegend der Terminus <i>Arbeiterkind</i><sup id="cite_ref-haas_28-0" class="reference"><a href="#cite_note-haas-28"><span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-mueller_29-0" class="reference"><a href="#cite_note-mueller-29"><span class="cite-bracket">[</span>29<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> oder <i>Arbeitertochter</i><sup id="cite_ref-bublitz_30-0" class="reference"><a href="#cite_note-bublitz-30"><span class="cite-bracket">[</span>30<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-schlueter_31-0" class="reference"><a href="#cite_note-schlueter-31"><span class="cite-bracket">[</span>31<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-32" class="reference"><a href="#cite_note-32"><span class="cite-bracket">[</span>32<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-theling_33-0" class="reference"><a href="#cite_note-theling-33"><span class="cite-bracket">[</span>33<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> benutzt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Gesundheitliche_Auswirkungen">Gesundheitliche Auswirkungen</h3></div>
<p>Wer in einer Arbeiterfamilie aufwächst, hat ein doppelt so hohes Risiko für Depressionen wie ein Kind aus einer Mittelschichtfamilie.<sup id="cite_ref-34" class="reference"><a href="#cite_note-34"><span class="cite-bracket">[</span>34<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Kinder mit niedrigem sozialen Status sind besonders häufig von Essstörungen betroffen, sie leiden häufiger unter psychischen Krankheiten wie zum Beispiel Hyperaktivität.<sup id="cite_ref-newsline_35-0" class="reference"><a href="#cite_note-newsline-35"><span class="cite-bracket">[</span>35<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Junge Mädchen aus unteren Sozialschichten werden im Vergleich häufiger schwanger als jugendliche Angehörige der Mittel- bzw. Oberschicht. In diesem Zusammenhang steht auch die Schulbildung, die einen wesentlichen Faktor darstellt. Für Mädchen mit niedrigerem Bildungsniveau besteht eine statistisch höhere Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden.<sup id="cite_ref-netdoktor_36-0" class="reference"><a href="#cite_note-netdoktor-36"><span class="cite-bracket">[</span>36<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<dl><dd><dl><dd><i>Hauptartikel: <a href="Sozial_bedingte_Ungleichheit_von_Gesundheitschancen" title="Sozial bedingte Ungleichheit von Gesundheitschancen">Sozial bedingte Ungleichheit von Gesundheitschancen</a></i></dd></dl></dd></dl>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Arbeiterkinder_in_den_Medien">Arbeiterkinder in den Medien</h2></div>
<dl><dt>Filme mit Kindern aus dem Arbeitermilieu</dt></dl>
<ul><li><a href="Die_Vorstadtkrokodile" title="Die Vorstadtkrokodile">Die Vorstadtkrokodile</a></li>
<li><a href="Die_kleinen_Strolche" title="Die kleinen Strolche">Die kleinen Strolche</a></li>
<li><a href="The_Kid_(1921)" title="The Kid (1921)">The Kid</a></li>
<li><a href="Billy_Elliot_%E2%80%93_I_Will_Dance" title="Billy Elliot – I Will Dance">Billy Elliot – I Will Dance</a></li>
<li><a href="Rolltreppe_abw%C3%A4rts_(Film)" title="Rolltreppe abwärts (Film)">Rolltreppe abwärts</a></li>
<li><a href="Teufelsbraten" title="Teufelsbraten">Teufelsbraten</a></li></ul>
<dl><dt>Filme über Jugendliche in sogenannten Problemvierteln</dt></dl>
<ul><li><a href="Boyz_n_the_Hood_%E2%80%93_Jungs_im_Viertel" title="Boyz n the Hood – Jungs im Viertel">Boyz n the Hood – Jungs im Viertel</a></li>
<li><a href="Hass_(Film)" class="mw-redirect" title="Hass (Film)">Hass</a></li>
<li><a href="Wut_(Fernsehfilm)" title="Wut (Fernsehfilm)">Wut</a></li>
<li><a href="Nowhere_Boy" title="Nowhere Boy">Nowhere Boy</a></li>
<li><a href="Die_Outsider_(Film)" title="Die Outsider (Film)">Die Outsider</a></li></ul>
<dl><dt>Milieuskizzen von Arbeiterfamilien in Fernsehsendungen</dt></dl>
<ul><li><a href="Die_Fussbroichs" title="Die Fussbroichs">Die Fussbroichs</a>. Eine Kölner Arbeiterfamilie</li>
<li><a href="Ein_echter_Wiener_geht_nicht_unter" title="Ein echter Wiener geht nicht unter">Ein echter Wiener geht nicht unter</a></li>
<li><a href="Kaiserm%C3%BChlen_Blues" title="Kaisermühlen Blues">Kaisermühlen Blues</a></li>
<li><a href="Acht_Stunden_sind_kein_Tag" title="Acht Stunden sind kein Tag">Acht Stunden sind kein Tag</a> von <a href="Rainer_Werner_Fassbinder" title="Rainer Werner Fassbinder">Rainer Werner Fassbinder</a></li>
<li><a href="Ein_Herz_und_eine_Seele" title="Ein Herz und eine Seele">Ein Herz und eine Seele</a></li>
<li><a href="Familie_Heinz_Becker" title="Familie Heinz Becker">Familie Heinz Becker</a></li></ul>
<dl><dt>Theaterstücke über Arbeiterkinder</dt></dl>
<ul><li><a href="Grips-Theater" title="Grips-Theater">Grips-Theater</a>: Balle Malle Hupe und Arthur, Doof bleibt Doof, Ein Fest bei Papadakis, Das hältste ja im Kopf nicht aus, Alles Gute</li></ul>
<dl><dt>Arbeiterkinder in Liedern</dt></dl>
<ul><li><a href="Franz_Josef_Degenhardt" title="Franz Josef Degenhardt">Franz Josef Degenhardt</a>: <i><a href="Spiel_nicht_mit_den_Schmuddelkindern" title="Spiel nicht mit den Schmuddelkindern">Spiel nicht mit den Schmuddelkindern</a></i></li>
<li><a href="Volker_Ludwig" title="Volker Ludwig">Volker Ludwig</a>: <i>Doof gebor’n ist keiner</i></li>
<li><a href="Cochise_(deutsche_Band)" title="Cochise (deutsche Band)">Cochise</a>: <i>Der bitterböse Friederich</i></li>
<li><a href="Funny_van_Dannen" title="Funny van Dannen">Funny van Dannen</a>: <i>Arbeiterkinderdenkmal</i></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Liste_bekannter_Arbeiterkinder">Liste bekannter Arbeiterkinder</h2></div>
<ul><li><b><a href="Film" title="Film">Film</a> und <a href="Theater" title="Theater">Theater</a></b>: <a href="Karl_Merkatz" title="Karl Merkatz">Karl Merkatz</a> (1930–2022), <a href="Peter_Sodann" title="Peter Sodann">Peter Sodann</a> (1936–2024); <a href="Sandrine_Bonnaire" title="Sandrine Bonnaire">Sandrine Bonnaire</a> (* 1967), <a href="J%C3%BCrgen_Vogel" title="Jürgen Vogel">Jürgen Vogel</a> (* 1968)</li>
<li><b><a href="Gesundheit" title="Gesundheit">Gesundheit</a> und <a href="Medizin" title="Medizin">Medizin</a></b>: <a href="Walter_Machtemes" title="Walter Machtemes">Walter Machtemes</a> (* 1949)</li>
<li><b><a href="Religion" title="Religion">Religion</a></b>: <a href="Adolf_Exeler" title="Adolf Exeler">Adolf Exeler</a> (1926–1983), <a href="J%C3%B3zef_Glemp" title="Józef Glemp">Józef Glemp</a> (1929–2013), <a href="August_Hlond" title="August Hlond">August Hlond</a> (1881–1948), <a href="Philip_Kapleau" title="Philip Kapleau">Philip Kapleau</a> (1912–2004), <a href="Franz_Stock" title="Franz Stock">Franz Stock</a> (1904–1948)</li>
<li><b><a href="Kabarett" title="Kabarett">Kabarett</a></b>: <a href="Georg_Schramm" title="Georg Schramm">Georg Schramm</a> (* 1949), <a href="Wilfried_Schmickler" title="Wilfried Schmickler">Wilfried Schmickler</a> (* 1954)</li>
<li><b><a href="Kunst" title="Kunst">Kunst</a></b>: <a href="Konstantin_Stepanowitsch_Melnikow" title="Konstantin Stepanowitsch Melnikow">Konstantin Stepanowitsch Melnikow</a> (1890–1974); <a href="Robert_Mapplethorpe" title="Robert Mapplethorpe">Robert Mapplethorpe</a> (1946–1989), <a href="Damien_Hirst" title="Damien Hirst">Damien Hirst</a> (* 1965)</li>
<li><b><a href="Literatur" title="Literatur">Literatur</a></b>: <a href="Henryk_Bereska" title="Henryk Bereska">Henryk Bereska</a> (1926–2005), <a href="Edward_Bond" title="Edward Bond">Edward Bond</a> (1934–2024), <a href="Erich_Grisar" title="Erich Grisar">Erich Grisar</a> (1898–1955) <a href="Arthur_Hailey" title="Arthur Hailey">Arthur Hailey</a> (1920–2004), <a href="Hermann_Kant" title="Hermann Kant">Hermann Kant</a> (1926–2016), <a href="Reiner_Kunze" title="Reiner Kunze">Reiner Kunze</a> (* 1933), <a href="Hans_Marchwitza" title="Hans Marchwitza">Hans Marchwitza</a> (1890–1965), <a href="Walther_G._Oschilewski" title="Walther G. Oschilewski">Walther G. Oschilewski</a> (1904–1987), <a href="Se%C3%A1n_O%E2%80%99Casey" title="Seán O’Casey">Seán O’Casey</a> (1880–1964), <a href="Theodor_Plievier" title="Theodor Plievier">Theodor Plievier</a> (1892–1955), <a href="Benno_Pludra" title="Benno Pludra">Benno Pludra</a> (1925–2014), <a href="Alan_Sillitoe" title="Alan Sillitoe">Alan Sillitoe</a> (1928–2010), <a href="Adam_Scharrer" title="Adam Scharrer">Adam Scharrer</a> (1889–1948), <a href="Uwe_Wandrey" title="Uwe Wandrey">Uwe Wandrey</a> (Pseudonym: <i>Peer Brax</i>) (* 1939), <a href="Arnold_Wesker" title="Arnold Wesker">Arnold Wesker</a> (1932–2016), <a href="Gerhard_Zwerenz" title="Gerhard Zwerenz">Gerhard Zwerenz</a> (1925–2015), <a href="Frank_McCourt" title="Frank McCourt">Frank McCourt</a> (1930–2009); <a href="Ralf_Rothmann" title="Ralf Rothmann">Ralf Rothmann</a> (* 1953), <a href="Norbert_C._Kaser" class="mw-redirect" title="Norbert C. Kaser">Norbert C. Kaser</a> (1947–1978), <a href="Willy_Russell" class="mw-redirect" title="Willy Russell">Willy Russell</a> (* 1947), <a href="Michael_Scharang" title="Michael Scharang">Michael Scharang</a> (* 1941), <a href="J%C3%BCrgen_Theobaldy" title="Jürgen Theobaldy">Jürgen Theobaldy</a> (* 1944), <a href="J%C3%B6rg_W._Gronius" title="Jörg W. Gronius">Jörg W. Gronius</a> (* 1952)</li>
<li><b><a href="Massenmedien" title="Massenmedien">Massenmedien</a></b>: <a href="Roger_Schawinski" title="Roger Schawinski">Roger Schawinski</a> (* 1945), <a href="Henryk_M._Broder" title="Henryk M. Broder">Henryk M. Broder</a> (* 1946), <a href="J%C3%BCrgen_Domian" title="Jürgen Domian">Jürgen Domian</a> (* 1958), <a href="Roger_K%C3%B6ppel" title="Roger Köppel">Roger Köppel</a> (* 1965), <a href="Stefan_Raab" title="Stefan Raab">Stefan Raab</a> (* 1966)</li>
<li><b><a href="Musik" title="Musik">Musik</a></b>: <a href="Wolf_Biermann" title="Wolf Biermann">Wolf Biermann</a> (* 1936), <a href="Maria_Cebotari" title="Maria Cebotari">Maria Cebotari</a> (1910–1949), <a href="Arthur_Grumiaux" title="Arthur Grumiaux">Arthur Grumiaux</a> (1921–1986), <a href="Paul_Hindemith" title="Paul Hindemith">Paul Hindemith</a> (1895–1963), <a href="Johnny_Jordaan" title="Johnny Jordaan">Johnny Jordaan</a> (1924–1989), <a href="Elvis_Presley" title="Elvis Presley">Elvis Presley</a> (1935–1977), <a href="Rudolf_Schock" title="Rudolf Schock">Rudolf Schock</a> (1915–1986), <a href="Fritz_Wunderlich" title="Fritz Wunderlich">Fritz Wunderlich</a> (1930–1966); <a href="George_Harrison" title="George Harrison">George Harrison</a> (1943–2001), <a href="John_Lennon" title="John Lennon">John Lennon</a> (1940–1980), <a href="Udo_Lindenberg" title="Udo Lindenberg">Udo Lindenberg</a> (* 1946), <a href="John_Lydon" title="John Lydon">John Lydon</a> (Künstlername <i>Johnny Rotten</i>; * 1956), <a href="Van_Morrison" title="Van Morrison">Van Morrison</a> (* 1945), <a href="Inga_Rumpf" title="Inga Rumpf">Inga Rumpf</a> (* 1946), <a href="Bruce_Springsteen" title="Bruce Springsteen">Bruce Springsteen</a> (* 1949)</li>
<li><b><a href="P%C3%A4dagogik" title="Pädagogik">Pädagogik</a> und <a href="Psychologie" title="Psychologie">Psychologie</a></b>: <a href="Manfred_G%C3%BCnther_(Psychologe)" title="Manfred Günther (Psychologe)">Manfred Günther</a> (* 1948)</li>
<li><b><a href="Politik" title="Politik">Politik</a></b>: <a href="Juan_Velasco_Alvarado" title="Juan Velasco Alvarado">Juan Velasco Alvarado</a> (1910–1977), <a href="Wilhelm_Bluhm_(Widerstandsk%C3%A4mpfer)" title="Wilhelm Bluhm (Widerstandskämpfer)">Wilhelm Bluhm</a> (1898–1942), <a href="Max_Brauer" title="Max Brauer">Max Brauer</a> (1887–1973), <a href="Leonid_Iljitsch_Breschnew" title="Leonid Iljitsch Breschnew">Leonid Iljitsch Breschnew</a> (1907–1982), <a href="Ingvar_Carlsson" title="Ingvar Carlsson">Ingvar Carlsson</a> (* 1934), <a href="Adolf_Damaschke" title="Adolf Damaschke">Adolf Damaschke</a> (1865–1935), <a href="Willy_Dehnkamp" title="Willy Dehnkamp">Willy Dehnkamp</a> (1903–1985), <a href="Arthur_Emmerlich" title="Arthur Emmerlich">Arthur Emmerlich</a> (1907–1942), <a href="Kurt_Fischer_(Politiker%2C_1900)" title="Kurt Fischer (Politiker, 1900)">Kurt Fischer</a> (1900–1950), <a href="Per_Albin_Hansson" title="Per Albin Hansson">Per Albin Hansson</a> (1885–1946), <a href="Harry_Fisher_(Gewerkschafter)" title="Harry Fisher (Gewerkschafter)">Harry Fisher</a> (1911–2003), <a href="Keir_Hardie" title="Keir Hardie">Keir Hardie</a> (1856–1915), <a href="Berthold_Haupt" title="Berthold Haupt">Berthold Haupt</a> (1904–1933), <a href="Fritz_Heckert" title="Fritz Heckert">Fritz Heckert</a> (1884–1936), <a href="Heinrich_Hirtsiefer" title="Heinrich Hirtsiefer">Heinrich Hirtsiefer</a> (1876–1941), Max Hoelz (1889–1933), <a href="Erich_Honecker" title="Erich Honecker">Erich Honecker</a> (1912–1994), <a href="Helmuth_H%C3%BCbener" title="Helmuth Hübener">Helmuth Hübener</a> (1925–1942), <a href="Walter_Ka%C3%9Fner" title="Walter Kaßner">Walter Kaßner</a> (1894–1970), <a href="Ludwig_Koch_(Widerstandsk%C3%A4mpfer)" title="Ludwig Koch (Widerstandskämpfer)">Ludwig Koch</a> (1909–2002), <a href="G%C3%BCnter_Mittag" title="Günter Mittag">Günter Mittag</a> (1926–1994), <a href="Franz_Neumann_(Politiker)" title="Franz Neumann (Politiker)">Franz Neumann</a> (1904–1974), <a href="Adelheid_Popp" title="Adelheid Popp">Adelheid Popp</a> (1869–1939), <a href="Anton_Saefkow" title="Anton Saefkow">Anton Saefkow</a> (1903–1944), <a href="John_Schehr" title="John Schehr">John Schehr</a> (1896–1934), <a href="Marian_Spychalski" title="Marian Spychalski">Marian Spychalski</a> (1906–1980), <a href="Willi_Stoph" title="Willi Stoph">Willi Stoph</a> (1914–1999), <a href="Karl_Wagner_(Politiker%2C_1891)" title="Karl Wagner (Politiker, 1891)">Karl Wagner</a> (1891–1965); <a href="Theo_Waigel" title="Theo Waigel">Theo Waigel</a> (* 1939), <a href="Joe_Biden" title="Joe Biden">Joe Biden</a> (* 1942), <a href="Bosse_Ringholm" title="Bosse Ringholm">Bosse Ringholm</a> (* 1942), <a href="Gerhard_Schr%C3%B6der" title="Gerhard Schröder">Gerhard Schröder</a> (* 1944), <a href="Tom_Ridge" title="Tom Ridge">Tom Ridge</a> (* 1946), <a href="Marianne_Birthler" title="Marianne Birthler">Marianne Birthler</a> (* 1948), <a href="Wiktor_Janukowytsch" title="Wiktor Janukowytsch">Wiktor Janukowytsch</a> (* 1950), <a href="Wladimir_Wladimirowitsch_Putin" title="Wladimir Wladimirowitsch Putin">Wladimir Wladimirowitsch Putin</a> (* 1952), <a href="Ivo_Sanader" title="Ivo Sanader">Ivo Sanader</a> (* 1953), <a href="Andrea_Ypsilanti" title="Andrea Ypsilanti">Andrea Ypsilanti</a> (* 1957), <a href="Michelle_Obama" title="Michelle Obama">Michelle Obama</a> (* 1964); <a href="J%C3%B6rg_Leichtfried_(Politiker)" title="Jörg Leichtfried (Politiker)">Jörg Leichtfried</a> (* 1967)</li>
<li><b><a href="Wissenschaft" title="Wissenschaft">Wissenschaft</a></b>: <a href="Ernst_Abbe" title="Ernst Abbe">Ernst Abbe</a> (1840–1905) (Naturwissenschaftler und Sozialreformer), <a href="Heinz_Barwich" title="Heinz Barwich">Heinz Barwich</a> (1911–1966) (Kernphysiker), <a href="Bell_hooks" class="mw-redirect" title="Bell hooks">bell hooks</a> (1952–2021) (Philosophin), <a href="Emmett_W._Chappelle" title="Emmett W. Chappelle">Emmett W. Chappelle</a> (1925–2019) (Mediziner, Ernährungswissenschaftler und Biologe), <a href="Ernest_Just" title="Ernest Just">Ernest Just</a> (1883–1941) (Biologe), <a href="Georg_Klaus" title="Georg Klaus">Georg Klaus</a> (1912–1974) (Philosoph), <a href="Christa_Luft" title="Christa Luft">Christa Luft</a> (* 1938) (Ökonomin), <a href="Oskar_Negt" title="Oskar Negt">Oskar Negt</a> (1934–2024) (Soziologe), <a href="Walter_Rodney" title="Walter Rodney">Walter Rodney</a> (1942–1980) (Historiker), <a href="Alfred_Schmidt_(Philosoph)" title="Alfred Schmidt (Philosoph)">Alfred Schmidt</a> (1931–2012) (Philosoph), <a href="Boris_Alexandrowitsch_Tschagin" title="Boris Alexandrowitsch Tschagin">Boris Alexandrowitsch Tschagin</a> (1899–1987) (Philosoph und Historiker), <a href="G%C3%BCnter_Wojaczek" title="Günter Wojaczek">Günter Wojaczek</a> (1932–1997) (Altphilologe), <a href="Howard_Zinn" title="Howard Zinn">Howard Zinn</a> (1922–2010) (Historiker und Politikwissenschaftler)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="ArbeiterKind.de" title="ArbeiterKind.de">ArbeiterKind.de</a></li>
<li><a href="Arbeiterwohlfahrt" title="Arbeiterwohlfahrt">Arbeiterwohlfahrt</a></li>
<li><a href="AWO-Studie" title="AWO-Studie">AWO-Studie</a></li>
<li><a href="Bildungsbenachteiligung" title="Bildungsbenachteiligung">Bildungsbenachteiligung</a></li>
<li><a href="Kindheit" title="Kindheit">Kindheit</a></li>
<li><a href="Kinderarmut_in_den_Industriel%C3%A4ndern" title="Kinderarmut in den Industrieländern">Kinderarmut in den Industrieländern</a></li>
<li><a href="Kinderrechte" title="Kinderrechte">Kinderrechte</a></li>
<li><a href="Klassismus" title="Klassismus">Klassismus</a></li>
<li><a href="Soziale_Mobilit%C3%A4t" title="Soziale Mobilität">Soziale Mobilität</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Geschichte">Geschichte</h3></div>
<ul><li><a href="Wolfgang_Abendroth" title="Wolfgang Abendroth">Wolfgang Abendroth</a>: <i>Einführung in die Geschichte der Arbeiterbewegung. Von den Anfängen bis 1993</i>. Distel, Heilbronn 1997, ISBN 3-929348-08-X.</li>
<li>Siegfried Baske, Martha Engelbert (Hrsg.): <i>Zwei Jahrzehnte Bildungspolitik in der Sowjetzone Deutschlands. Dokumente 1945–1965 Teil 1 und 2</i>. Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin 1966.</li>
<li><a href="Regina_Becker-Schmidt" title="Regina Becker-Schmidt">Regina Becker-Schmidt</a>, <a href="Gudrun-Axeli_Knapp" title="Gudrun-Axeli Knapp">Gudrun-Axeli Knapp</a>: <i>Arbeiterkinder gestern, Arbeiterkinder heute</i>. Neue Gesellschaft, Bonn 1985, ISBN 3-87831-417-5.</li>
<li>Margarete Flecken: <i>Arbeiterkinder im 19. Jahrhundert. Eine sozialgeschichtliche Untersuchung ihrer Lebenswelt.</i> Beltz Verlag, Weinheim/Basel 1981, ISBN 3-407-54116-3.</li>
<li><a href="Ulla_Hahn" title="Ulla Hahn">Ulla Hahn</a>: <i>Das verborgene Wort</i>. dtv, München 2003, ISBN 3-423-13089-X.</li>
<li><a href="Edwin_Hoernle" title="Edwin Hoernle">Edwin Hoernle</a>: <i>Grundfragen proletarischer Erziehung</i>. Hrsg. von Lutz von Werder und Reinhart Wolff, Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 1973, ISBN 3-436-01878-3.</li>
<li><a href="Hermann_Kant" title="Hermann Kant">Hermann Kant</a>: <i><a href="Die_Aula_(Roman)" title="Die Aula (Roman)">Die Aula</a></i>. Roman. Berlin 2004, ISBN 3-7466-1190-3.</li>
<li><a href="Klaus_Kordon" title="Klaus Kordon">Klaus Kordon</a>: <i>1848. Die Geschichte von Jette und Frieder</i>. Roman. Weinheim/Basel 1998, ISBN 3-407-79761-3.</li>
<li>Klaus Kordon: <i>Die roten Matrosen oder Ein vergessener Winter</i>. Roman. Weinheim/Basel 1998, ISBN 3-407-78771-5.</li>
<li>Klaus Kordon: <i>Mit dem Rücken zur Wand</i>. Roman. Weinheim/Basel 1999, ISBN 3-407-80061-4.</li>
<li>Klaus Kordon: <i>Der erste Frühling</i>. Roman. Weinheim/Basel 1999, ISBN 3-407-79615-3.</li>
<li>Sebastian Kurme: <i>Halbstarke. Jugendprotest in den 1950er Jahren in Deutschland und den USA</i>. Campus Forschung, New York/Frankfurt 2006, ISBN 3-593-38175-3.</li>
<li>Gero Lenhardt, Manfred Stock: <i>Bildung, Bürger, Arbeitskraft. Schulentwicklung und Sozialstruktur in der BRD und der DDR</i>. Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-518-28921-7.</li>
<li><a href="Martin_Andersen_Nex%C3%B8" title="Martin Andersen Nexø">Martin Andersen Nexö</a>: <i>Ditte Menschenkind</i>. Aufbau-Tb-Verlag, ISBN 3-7466-5123-9.</li>
<li>Maria Röhring, <i>Eine ländliche Arbeiterfamilie der vorindustriellen Zeit</i>, Coppenrath, 1985, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.lwl.org/voko-download/BilderNEU/422_043Roerig.pdf">PDF-online mit 116 Seiten</a> bei lwl.org.</li>
<li><a href="Otto_R%C3%BChle_(Politiker%2C_1874)" title="Otto Rühle (Politiker, 1874)">Otto Rühle</a>: <i>Kinder-Elend. Proletarische Gegenwartsbilder.</i> 1906.</li>
<li>Otto Rühle: <i>Das proletarische Kind. Eine Monographie</i>. 1911.</li>
<li>Otto Rühle: <i>Die Seele des proletarischen Kindes</i>. 1925.</li>
<li>Otto Rühle <i>Das Proletarische Kind. Monatsblätter für proletarische Erziehung</i>. Verlag am andern Ufer, Dresden/Leipzig (1. Jg. 1925 – 2. Jg. 1926).</li>
<li>Martin Stadelmeier: <i>Zwischen Langemark und Liebknecht. Arbeiterjugend und Politik im Ersten Weltkrieg.</i> Die Falken, Bonn 1986, <span class="-print" style="white-space:nowrap"><a href="Deutsche_Nationalbibliothek" title="Deutsche Nationalbibliothek">DNB</a> <a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/870058762">870058762</a></span>.</li>
<li>Bruno Schoning (Hrsg.): <i>Arbeiterkindheit. Kindheit und Schulzeit in Arbeiterlebenserinnerungen</i>. Päd. extra Buchverlag, reprint 5, Bensheim 1979, ISBN 3-921450-73-X.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Literatur_zum_Gesellschaftsstrukturwandel">Literatur zum Gesellschaftsstrukturwandel</h3></div>
<ul><li><a href="Joachim_Bischoff" title="Joachim Bischoff">Joachim Bischoff</a>, <a href="Sebastian_Herkommer" title="Sebastian Herkommer">Sebastian Herkommer</a>, Hasko Hüning (Hrsg.): <i>Unsere Klassengesellschaft. Verdeckte und offene Strukturen sozialer Ungleichheit</i>. Hamburg 2002, ISBN 3-87975-861-1.</li>
<li>Steffani Engler, <a href="Beate_Krais" title="Beate Krais">Beate Krais</a> (Hrsg.): <i>Das kulturelle Kapital und die Macht der Klassenstrukturen. Sozialkulturelle Verschiebungen und Wandlungsprozesse des Habitus</i>. Weinheim/München 2004, ISBN 3-7799-1582-0.</li>
<li><a href="Michael_Hartmann_(Soziologe)" title="Michael Hartmann (Soziologe)">Michael Hartmann</a>: <i>Der Mythos von den Leistungseliten. Spitzenkarrieren und soziale Herkunft in Wirtschaft, Politik, Justiz und Wissenschaft</i>. Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-593-37151-0.</li>
<li><a href="Stefan_Hradil" title="Stefan Hradil">Stefan Hradil</a>: <i>Soziale Ungleichheit in Deutschland.</i> 8. Auflage. Wiesbaden 2005, ISBN 3-8100-3000-7.</li>
<li><a href="Andreas_Kemper" title="Andreas Kemper">Andreas Kemper</a>, Heike Weinbach: <i>Klassismus. Eine Einführung</i>. Unrast Verlag, Münster 2009, ISBN 978-3-89771-467-0.</li>
<li>Franz Schultheis, Kristina Schulz (Hrsg.): <i>Gesellschaft mit begrenzter Haftung. Zumutungen und Leiden im deutschen Alltag</i>. Konstanz 2005, ISBN 3-89669-537-1.</li>
<li>Michael Vester, <a href="Peter_von_Oertzen" title="Peter von Oertzen">Peter von Oertzen</a>, Heiko Geiling, Thomas Hermann, Dagmar Müller: <i>Soziale Milieus im gesellschaftlichen Strukturwandel. Zwischen Integration und Ausgrenzung</i>. Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-518-28912-8.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Literatur_zur_Benachteiligung_von_Arbeiterkindern">Literatur zur Benachteiligung von Arbeiterkindern</h3></div>
<ul><li>Viyan C. Adair, Sandra L. Dahlberg (Hrsg.): <i>Reclaiming Class. Women, Poverty, and the Promise of Higher Education in America</i>. Philadelphia 2003, ISBN 1-59213-022-4.</li>
<li><a href="Bell_hooks" class="mw-redirect" title="Bell hooks">bell hooks</a>: <i>Where we Stand: Class Matters</i>. New York 2000, ISBN 0-415-92913-X.</li>
<li><a href="Peter_A._Berger" title="Peter A. Berger">Peter A. Berger</a>, <a href="Heike_Kahlert" title="Heike Kahlert">Heike Kahlert</a> (Hrsg.): <i>Institutionalisierte Ungleichheiten. Wie das Bildungswesen Chancen blockiert</i>. Weinheim/München 2005, ISBN 3-7799-1583-9.</li>
<li><a href="Hannelore_Bublitz" title="Hannelore Bublitz">Hannelore Bublitz</a> (1980): <i>Ich gehörte irgendwie so nirgends hin: Arbeitertöchter an der Hochschule.</i> ISBN 3-88349-208-6.</li>
<li>Pierre Bourdieu: <i>Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft</i>. Frankfurt am Main 1987, ISBN 3-518-28258-1.</li>
<li>Ralf Dahrendorf: <i>Arbeiterkinder an deutschen Universitäten.</i> Mohr Siebeck, 1965, ISBN 3-16-517471-7.</li>
<li><a href="Leslie_Feinberg" title="Leslie Feinberg">Leslie Feinberg</a>: <i>Träume in den erwachenden Morgen. Stone Butch Blues</i>. Roman, Berlin 2003, ISBN 3-930041-35-9.</li>
<li>Erika Haas (1999): <i>Arbeiter- und Akademikerkinder an der Universität. Eine geschlechts- und schichtspezifische Analyse.</i> ISBN 3-593-36223-6.</li>
<li>Wolfgang Isserstedt, Elke Middendorff, Steffen Weber, Klaus Schnitzer, <a href="Andr%C3%A4_Wolter" title="Andrä Wolter">Andrä Wolter</a>: <i>Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in der Bundesrepublik Deutschland 2003. 17. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes durchgeführt durch HIS Hochschul-Informations-System</i>. Bonn/Berlin 2004 (Herausgegeben vom Bundesministerium für Bildung und Forschung).</li>
<li><a href="Heinz_Kluth" title="Heinz Kluth">Heinz Kluth</a>, <a href="Ulrich_Lohmar" title="Ulrich Lohmar">Ulrich Lohmar</a>, <a href="Rudolf_Tartler" title="Rudolf Tartler">Rudolf Tartler</a> (Hrsg.): <i>Arbeiterjugend gestern und heute.</i> 1955.</li>
<li>Alfred Lubrano: <i>Limbo. Blue-Collar Roots, White-Collar Dreams</i>. New Jersey 2004, ISBN 0-471-71439-9.</li>
<li>Walter Müller, <a href="Reinhard_Pollak" title="Reinhard Pollak">Reinhard Pollak</a>: <i>Weshalb gibt es so wenige Arbeiterkinder in Deutschlands Universitäten?</i> In: Rolf Becker, Wolfgang Lauterbach (Hrsg.): <i>Bildung als Privileg? Erklärungen und Befunde zu den Ursachen der Bildungsungleichheit</i>. Wiesbaden 2004, S. 311–352.</li>
<li>Julia Reuter, Markus Gamper, Christina Möller, Frerk Blome (Hrsg.): <i>Vom Arbeiterkind zur Professur. Sozialer Aufstieg in der Wissenschaft. Autobiographische Notizen und soziobiographische Analysen</i>. transcript, Bielefeld 2020, ISBN 978-3-8376-4778-5.</li>
<li>Jake Ryan, Charles Sackery: <i>Strangers in Paradise. Academics from the Working Class</i>. Lanham / New York / London 1995, ISBN 0-7618-0142-1.</li>
<li><a href="Anne_Schl%C3%BCter" title="Anne Schlüter">Anne Schlüter</a> (Hrsg.): <i>Arbeitertöchter und ihr sozialer Aufstieg. Zum Verhältnis von Klasse, Geschlecht und sozialer Mobilität</i>. Deutscher Studienverlag, Weinheim 1992.</li>
<li>Anne Schlüter (Hrsg.): <i>Bildungsmobilität. Studien zur Individualisierung von Arbeitertöchtern in der Moderne</i>. Deutscher Studienverlag, Weinheim 1993.</li>
<li>Michelle Tea (Hrsg.): <i>Without a Net. The Female Experience of Growing up Working Class</i>. Emeryville 2003, ISBN 1-58005-103-0.</li>
<li>Gabriele Theling: <i>Vielleicht wäre ich als Verkäuferin glücklicher geworden: Arbeitertöchter & Hochschule</i>. Münster 1986, ISBN 3-924550-18-2.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Literatur_zur_Arbeiterkinderkultur">Literatur zur Arbeiterkinderkultur</h3></div>
<ul><li><a href="Feridun_Zaimoglu" title="Feridun Zaimoglu">Feridun Zaimoglu</a>: <i>Kanak Sprak: 24 Mißtöne vom Rande der Gesellschaft.</i> 6. Auflage. Rotbuch, Hamburg 2004, ISBN 3-434-54518-2.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Arbeiterkind" class="extiw external" title="wikt:Arbeiterkind">Wiktionary: Arbeiterkind</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.8ung.at/sjd/grafik.htm">Geschichte der Arbeiterjugend in Österreich</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.arbeiterjugend.de/">Archiv der Arbeiterjugendbewegung</a></li>
<li><a href="Friedrich_Engels" title="Friedrich Engels">Friedrich Engels</a>: <i><a href="Die_Lage_der_arbeitenden_Klasse_in_England" title="Die Lage der arbeitenden Klasse in England">Die Lage der arbeitenden Klasse in England</a></i> – <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.bommi2000.de/wirtkunde/lage_der_arbeiter.pdf">Auszug als PDF-Datei; 92 kB</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.workingclassacademics.org/">US-amerikanische Gruppe der Workingclass Academics</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.arbeiterkind.de/">Offizielle Seite www.ArbeiterKind.de</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.arbeiter-kind.at/">Offizielle Seite von Arbeiter-Kind.at</a></li>
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<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://derstandard.at/1313024981377/Auf-Unis-stehen-Arbeiterkinder-alleine-da">Auf Unis stehen Arbeiterkinder alleine da</a> Interview mit <a href="ArbeiterKind.de" title="ArbeiterKind.de">ArbeiterKind.de</a>-Gründerin zum Start der Initiative in <a href="%C3%96sterreich" title="Österreich">Österreich</a>. In: <i><a href="Der_Standard" title="Der Standard">Der Standard</a></i> vom 29. August 2011</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://ondemand-ww.wdr.de/medp/fsk0/120/1208086/1208086_13970627.mp4">ARD</a> Die Illusion der Chancengleichheit, 13. September 2016, 14:00 Uhr, 44 min., abgerufen am 29. November 2016</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
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/* start https://de.wikipedia.org/ */
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</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20071212192136/http://www.uni-koblenz.de/~foellmer/ss03/pk/8.vorlesung.htm"><i>Pädagogik der frühen Kindheit</i></a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 12. Dezember 2007 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>)</span>
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</style><span class="dewiki-iconexternal"><a class="external text" href="https://redirecter.toolforge.org/?url=http%3A%2F%2Fwww.netdoktor.at%2Fsex_partnerschaft%2Ffakta%2Fteenagerschwangerschaft.shtml">Original</a></span> (nicht mehr online verfügbar) am <span style="white-space:nowrap;">20. Januar 2011</span><span>;</span><span class="Abrufdatum"> abgerufen am 7. Dezember 2010</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AArbeiterkinder&rft.title=Teenager-Schwangerschaft&rft.description=Teenager-Schwangerschaft&rft.identifier=https%3A%2F%2Fweb.archive.org%2Fweb%2F20110120163136%2Fhttp%3A%2F%2Fwww.netdoktor.at%2Fsex_partnerschaft%2Ffakta%2Fteenagerschwangerschaft.shtml&rft.creator=Britta+B%C3%BCrger&rft.publisher=netdoktor.at&rft.date=2001-03&rft.source=http://www.netdoktor.at/sex_partnerschaft/fakta/teenagerschwangerschaft.shtml"> </span></span>
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Normdaten (Sachbegriff): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/4002590-1">4002590-1</a></span> </div>
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Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2025-06-29" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Arbeiterkinder&oldid=257467520">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
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